Heizung seit Tagen defekt Delmenhorster Mieter frieren in ihren Wohnungen

Von Merlin Hinkelmann

„Wir wissen nicht mehr, was wir tun sollen.“ Alena Maul harrt mit ihrem neunjährigen Sohn Erik in der kalten Wohnung aus. Foto: Merlin Hinkelmann„Wir wissen nicht mehr, was wir tun sollen.“ Alena Maul harrt mit ihrem neunjährigen Sohn Erik in der kalten Wohnung aus. Foto: Merlin Hinkelmann

Delmenhorst. Seit ein paar Tagen klagen die Mieter an der Alfred-Rethel-Straße über Heizungsprobleme. Auch eine Anfrage bei der Hausverwaltung brachte sie nicht weiter. Viele behelfen sich nun mit Wärmflaschen und heißem Tee.

14,5 Grad zeigt das Thermometer von Alena Maul an. Mit dickem Pullover sitzt sie auf der Couch in ihrer Wohnung. Friert, schlürft heißen Tee und ärgert sich. Seit vergangenem Freitag schon funktioniert die Heizung bei ihr nicht richtig. Dazu fällt immer wieder das Warmwasser aus. „Es ist eine Zumutung, vor allem für meine Kinder“, sagt sie und fasst wie so oft in den letzten Tagen an den Heizkörper. Lauwarm, eher kalt. Auch andere Mieter an der Alfred-Rethel-Straße 25-29 klagen über die gleichen Probleme.

Auch umliegende Straßen betroffen

Seit Sonnabend versucht Alena Maul nun täglich, die Hausverwaltung an die Strippe zu kriegen. Vergebens. „Keine Reaktion, keine Erklärung. Und wenn jemand abnimmt, werde ich vertröstet.“ Selbst der Hausmeister konnte ihr nicht weiterhelfen. Die umliegenden Straßen seien ebenfalls betroffen. Die ex ante GmbH, die das Gebäude verwaltet, teilt auf Anfrage unserer Zeitung mit: „Am letzten Freitag wurde uns eine nicht funktionierende Heizung gemeldet. Wir konnten alle Störungen beseitigen und die Mieter wieder mit Heizung und Warmwasser versorgen.“

„So etwas noch nie erlebt“

Davon spüren die Mieter heute nichts. Sie sitzen weiter im Kalten. „Die Geschäftsführung der Hausverwaltung meinte zu mir, ein Techniker sei vor Ort“, berichtet eine Nachbarin von Alena Maul, die namentlich nicht genannt werden möchte. „Die wimmeln uns ab und an der Heizung tut sich weiter nichts“, schimpft die 73-Jährige. Seit nunmehr 51 Jahren wohnt sie in dem Gebäude. In der Zeit sei der Wohnkomplex immer wieder verkauft worden. „Doch so etwas wie jetzt habe ich nie erlebt. Es ist nichts mehr, wie es war.“ Für sie sei die Situation besonders schlimm. „Ich habe Asthma und bin erkältet. Und wenn es hier nicht langsam warm wird, habe ich ernsthaft Angst vor Schimmel.“ Wie arrangiert sie sich mit den frostigen Temperaturen? Sie gehe um 6 Uhr abends ins Bett, mit Wärmflasche und zwei Decken. „Ich habe einfach keine Wahl.“ Ein großes Problem: Sie findet keinen Ansprechpartner, keine Notfallnummer. Nichts.

Zwei Stockwerke höher. Sahar Nazari sitzt in ihrer Küche, auch im Wollpullover. Neben ihr steht eine kleine Elektroheizung. „Das ist unsere Notlösung.“ Bis dahin harrt sie aus. Und wartet weiter.