Gegenmaßnahmen in Planung Steigende Aggressionen in Delmenhorster Notaufnahme

Von Jan Eric Fiedler

Reaktion auf steigende Gewalt: Die Notaufnahme im Josef-Hospital Delmenhorst soll eine Sicherheitswache bekommen. Foto: Jan Eric FiedlerReaktion auf steigende Gewalt: Die Notaufnahme im Josef-Hospital Delmenhorst soll eine Sicherheitswache bekommen. Foto: Jan Eric Fiedler

Delmenhorst. Beleidigungen, Drohungen, körperliche Gewalt: Krankenhäuser bundesweit klagen über Übergriffe durch Patienten. Im Josef-Hospital Delmenhorst sind Gegenmaßnahmen in Planung.

Kliniken in ganz Deutschland berichten von zunehmender Gewaltbereitschaft von Patienten in Notaufnahmen. Die meisten Kliniken führen keine genaue Statistik über Gewalt und Aggression in den Notaufnahmen. Das Diakonissenkrankenhaus in Karlsruhe berichtet aber beispielsweise von 970 Fällen aggressiven Verhaltens in der Notaufnahme und der Intensivstation allein im vergangenen Jahr. In 42 Fällen wurden dabei Mitarbeiter verletzt. Konkrete Zahlen gibt es aus dem Josef-Hospital in Delmenhorst nicht.

Körperliche Übergriffe in Delmenhorst selten

„Wir beobachten die Entwicklung in den vergangenen Jahren auch“, sagt Krankenhaussprecherin Jasmin Nowak. Es komme zu einer Anhäufung von Beleidigungen gegenüber dem Personal. „Es sind vor allem verbale Drohungen. Körperliche Angriffe sind selten“, berichtet Nowak. Eine erste Reaktion des JHD auf diese Problematik ist bereits beschlossen: „Zukünftig werden wir nachts auf eine Sicherheitswache zurückgreifen. Geschultes Personal ist dann stets vor Ort“, teilt Nowak mit. Dies soll im Zuge der Einrichtung einer Brandwache , die als Reaktion auf den Großbrand am Standort Mitte beschlossen wurde, geschehen. Ein Startdatum für diese Maßnahme ist allerdings noch nicht endgültig festgelegt worden.

Wartezeiten sollen verkürzt werden

Ein Grund für die zunehmenden Aggressionen in den Notaufnahmen sind lange Wartezeiten. Diese sind auch im Josef-Hospital ein Problem , vor allem seit der Zusammenlegung der beiden Häuser am Standort Deichhorst. Deshalb wird derzeit mithilfe eines externen Beraters an einer Umstrukturierung der Notaufnahme gearbeitet. Der Fokus liege vor allem auf dem Problem der gestiegenen Patienten- und Wartezeiten, der Sicherheitsaspekt spiele da aber mit hinein. „Es bedingt sich gegenseitig. Wartezeiten sind ein Grund für die Streitigkeiten“, erklärt Nowak. (Weiterlesen: Bagatellen belasten Delmenhorster Notaufnahme )

Umstrukturierung noch in „Analysephase“

Welche Maßnahmen zur Neuausrichtung der Notaufnahme konkret getroffen werden, steht noch nicht fest. „Wir befinden uns noch in der Analysephase“, sagt Nowak. Dem Vernehmen nach soll die Notfallambulanz eine eigene Abteilung mit zwei festen Ärzten werden. Bisher werden Ärzte aus anderen Abteilungen für den Dienst in der Station abgeordnet.