Gastwissenschaftler am HWK „In Delmenhorst trifft man gleiches Kaliber wie in Harvard“

Oberbürgermeister Axel Jahnz (Mitte) begrüßte die Gastforscher am Dienstag offiziell in Delmenhorst. Einige von ihnen brachten ihre Familien mit. Foto: Johannes GiewaldOberbürgermeister Axel Jahnz (Mitte) begrüßte die Gastforscher am Dienstag offiziell in Delmenhorst. Einige von ihnen brachten ihre Familien mit. Foto: Johannes Giewald

Delmenhorst. Rund 20 Gastwissenschaftler aus aller Welt forschen derzeit am Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) in Delmenhorst. Am Dienstag hieß Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) die sogenannten Fellows im Rathaus offiziell willkommen.

Natur- wie Geisteswissenschaftler trafen sich zum Austausch im großen Sitzungssaal. Zwischen vier und zehn Monate verbringen die Forscher am HWK und arbeiten in den vier Wissenschaftsbereichen der Einrichtung Energie, Neurologie, Gesellschaft und dem biologischen System der Erde. Axel Jahnz erzählte den Gästen zunächst ein wenig über die Stadt Delmenhorst. Unter ihnen war auch Prof. Dr. Margarita Balmaceda, Politikwissenschaftlerin aus Argentinien, die üblicherweise an der Harvard University in Cambridge forscht.

Zehn Monate lang verbringt sie nun am HWK, die interdisziplinäre Zusammenarbeit an der mit Wissenschaftlern anderer Fachbereiche findet sie spannend. „In Delmenhorst trifft man dasselbe Kaliber wie in Cambridge“, sagt Balmaceda über das hohe Niveau, auf dem in der Delmenhorster Einrichtung geforscht wird. Die Politikwissenschaftlerin plant, in den zehn Monaten ein Buch über ihre Forschungen zu schreiben: Sie beschäftigt sich damit, inwiefern technische Aspekte der Energiebeförderung Machtverhältnisse zwischen Akteuren in Osteuropa beeinflusst. „Das Wissenschaftskolleg hier ist das einzige der Welt mit einer eigenen Abteilung über Energie, deswegen bin ich froh hier zu sein“, erzählt die Argentinierin.

Forscher aus Thailand bringt Familie mit

Einem ebenso spannenden Thema aus einem völlig anderen Bereich widmet sich Peter Haddawy, Informatiker aus Bangkok, der auf dem Bereich der künstlichen Intelligenz forscht. Bei seiner Arbeit geht es um die Anwendung der KI im medizinischen Bereich. Seit längerer Zeit arbeitet er bereits mit der Universität Bremen zusammen.

Für seine sieben Monate in Delmenhorst hat der Thailänder seine Frau und seine beiden Kinder mitgebracht. „Es war mir sehr wichtig, dass die Familie mitkommen konnte. Das HWK hat das ganz toll gemacht, die Kinder unterzubringen“, sagt Haddawy. Die 11-jährige Tochter geht auf das Max-Planck-Gymnasium, der 9 Jahre alte Sohn geht auf die Marienschule nahe des HWK und spielt Fußball beim TV Jahn Delmenhorst. Sprachlich vorbereitet haben sich die beiden am Goethe-Institut in der thailändischen Hauptstadt.

Öffentliche Vorträge

Der Förderverein des HWK unterstützt die Gastwissenschaftler dabei, während ihrer Zeit in Delmenhorst heimisch zu werden und Kontakte zu knüpfen. „Es ist wichtig, dass die Wissenschaftler noch etwas von der Stadt und der Region mitnehmen“, erklärte Norbert Boese vom Verein.

Die Fellows halten am Hanse-Wissenschaftskolleg abwechselnd verschiedene Vorträge über ihre Spezialgebiete. Einige sind lediglich für die Gastforscher gedacht, andere sind jedoch auch öffentlich und können von interessierten Hörern besucht werden.

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Das Hanse-Wissenschaftskolleg am Lehmkuhlenbusch ist eine unabhängige Stiftung der Bundesländer Bremen und Niedersachsen sowie der Stadt Delmenhorst, wo promovierte Wissenschaftler aus aller Welt zusammenkommen.

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