Zurück in den Beruf Jobcenter Delmenhorst und Drob starten Projekt „Injob“

Von Marco Julius


Delmenhorst. Mit dem Projekt „Injob“ richten sich das Jobcenter und die drob Delmenhorst gemeinsam an ALG-II-Empfänger, die eine Suchtproblematik aufweisen. Ihnen soll geholfen werden, sich wieder ins Berufsleben zu integrieren.

„Für mich war es ein Glücksgefühl, am Morgen aufzustehen, hierher zu kommen, eine Aufgabe zu haben und Teil des Projekts zu sein.“ Mit diesen Worten drückt ein Teilnehmer seine Dankbarkeit aus für ein Angebot, das seit dem 1. September das Jobcenter und die drob Delmenhorst gemeinsam machen. „Injob“ heißt das Projekt, das ALG-II-Empfängern, die Probleme mit Alkohol oder Drogen haben, den Weg zurück in ein geregeltes Leben ebnen soll. Zwölf Plätze stehen dafür laut drob-Leiterin Evelyn Popp seit dem 1. September zur Verfügung, aktuell sind sieben vergeben. Im ehemaligen Bistro im Erdgeschoss des Jobcenters (Am Wollelager 21) hat „Injob“ ein Zuhause gefunden, das durch die Nähe zu den Fachberatern des Jobcenters besonders günstig liegt. Die Sozialpädagogen Petra Rühmann und Nicole Meyer-Böhle sowie die beiden erfahrenen Handwerker Sascha Lehmann und Jürgen Witte betreuen die Teilnehmer, zum Team gehört zudem Gaby Rimpel als Verwaltungskraft.

Angelegt und finanziert ist „Injob“ vorerst für zwei Jahre. Marion Denkmann, stellvertretende Geschäftsführerin im Jobcenter, erinnert daran, dass die drob und das Jobcenter schon von 2006 bis 2010 „lange und gut“ zusammengearbeitet haben. Sie freut sich ebenso wie Jobcenter-Chef Frank Münkewarf über die jetzt wieder aufgelegte Kooperation.

Dem Tag eine Struktur geben

15 bis 30 Wochenstunde sollen die Teilnehmer nach Absprache arbeiten. Eine Tagesstruktur soll so entstehen. „Der Umgang mit Kollegen, das Gefühl, dazuzugehören, die gesellschaftliche Teilhabe, das ist wichtig“, erläutert Popp. Die Arbeit sei dabei keine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, es gehe darum, etwa für Wohlfahrtsverbände oder öffentliche Einrichtungen etwas Bleibendes und Hilfreiches zu schaffen. „Die Heilpädagogische Tagesstätte der AWO hat schon von uns profitiert, das Frauenhaus hat angefragt. Es sind vor allem klassische Hausmeisteraufgaben, die wir übernehmen können, Rasenmähen etwa“, betont Witte.

Vorbereitung auf Erwerbsleben

„Injob“ soll als Vorbereitung für das Erwerbsleben dienen, als Unterstützung bei der beruflichen Eingliederung. Das Angebot richtet sich an Menschen, die einen abstinenten oder bewussten Umgang mit Suchtmitteln erreichen wollen, eine sinnvolle Beschäftigung suchen und für den kompletten Berufsalltag noch nicht wieder ganz fit sind und ist unabhängig von der beruflichen Vorbildung. „Gemeinsam Perspektiven schaffen“ sei ein Motto des Projekts, sagt Popp, das „Raus aus dem Trübsal des Nichtstuns“ stehe im Vordergrund.

Die Vermittlung in das Projekt erfolgt über den Arbeitsvermittler oder den Fallmanager im Jobcenter. „Injob“ bietet zudem donnerstags von 10 bis 12 Uhr eine offene Sprechstunde an, in der sich Kandidaten über das Projekt informieren können. „Ich habe hier noch keinen Tag bereut“, sagt der oben zitierte Teilnehmer. Ein Lob, dass das Injob-Team gerne hört.


Injob Delmenhorst, Am Wollelager 21, Ansprechpartner: Jürgen Witte, (0176) 14 88 60 08, E-Mail: injob@drob-delmenhorst.de