Drei Schulen und fünf Kitas starten Bildungsregion Delmenhorst setzt auf Sprachförderung

Marita Daum ist als Koordinatorin das Gesicht der Bildungsregion Delmenhorst. Foto: Sonia VoigtMarita Daum ist als Koordinatorin das Gesicht der Bildungsregion Delmenhorst. Foto: Sonia Voigt

Delmenhorst. Statt von allem ein bisschen wollen die Delmenhorster bei der Gestaltung ihrer Bildungsregion ein Feld gründlich bearbeiten: Die neue Bildungskoordinatorin soll sich der Sprachförderung am Übergang vom Kindergarten in die Grundschule widmen. Dafür arbeitet sie mit Kitas und Grundschulen zusammen.

Die Bandbreite der Projekte, die in den 32 Bildungsregionen landesweit entstehen, ist enorm – die jüngste Bildungsregion Delmenhorst steckt hingegen ganz bewusst ihre ganze Kraft in einen kleinen Ausschnitt: die Sprachbildung am Übergang vom Kindergarten in die Grundschule. „Viele scheitern an diesen Übergängen. Und wir haben hier eine relativ große Anzahl von Kindern, für die Sprachbeherrschung ein Problem darstellt“, erklärt Siegfried Dreckmann, Bildungsmanager der Stadt Delmenhorst. Sprache sei eben der Schlüssel, ohne den viele Türen verschlossen bleiben.

Projektstart erfolgt überraschend schnell und unbürokratisch

Zum 1. August hat die Stadt die Barnstorfer Grundschullehrerin und Diplompädagogin Marita Daum mit einer halben Stelle als Bildungskoordinatorin zugeteilt bekommen, drei Wochen später unterzeichneten Oberbürgermeister Axel Jahnz und Kultusministerin Frauke Heiligenstadt den Vertrag über die Bildungsregion. „Das ging überraschend schnell und unbürokratisch“, lobt Hero Mennebäck, der kommisarisch zuständige Fachbereichsleiter für Bildung. Dann ging es an die Inhalte: „Wir haben uns bewusst für ein konkretes, überschaubares Vorhaben entschieden, statt uns mit der halben Stelle zu viel vorzunehmen“, ergänzt Dreckmann.

Drei Grundschulen und fünf Kitas wirken mit

Deshalb soll Delmenhorsts neue Bildungskoordinatorin sich auf die Umsetzung des Rahmenplans Sprache konzentrieren. Den hat eine Projektgruppe aus Praktikern von drei Delmenhorster Grundschulen und fünf Kitas in den vergangenen eineinhalb Jahren erarbeitet, in Kürze sollen die Vorschläge für eine bessere Sprachförderung vorgestellt werden. Erprobt werden sie dann in der nächsten Projektphase ab 2017 an eben diesen Schulen und Kitas, die sich in den Rahmenplan eingebracht haben: den Grundschulen Deichhorst, Parkschule und Wilhelm-Niermann-Schule sowie den Kitas Süd, St. Christophorus, Ströhen, Zachäus und dem Awo-Sprachheilkindergarten. Was sich bewährt, soll in der dritten Etappe ab 2018 alle Kitas und Grundschulen der Stadt erreichen, stets begleitet von Marita Daum.

Bildungskoordinatorin knüpft an Brückenjahr-Arbeit an

Bei ihrer Netzwerk-Arbeit kann die Koordinatorin auf die Arbeit des früheren Brückenjahr-Teams aufbauen, teilweise gibt es neben Schnuppertagen schon gemeinsame Fortbildungen, Leseprojekte oder Feste von Kitas und Grundschulen. „Vieles hängt an engagierten Personen, aber auch an strukturellen Bedingungen, zum Beispiel wie nah Kita und Schule beieinander sind“, sagt die 57-Jährige. Welche Sprachlern-Methoden und Materialien empfohlen werden und was sich an der bisherigen Sprachförderung im letzten Kita-Jahr ändern soll, wird erst bei der Vorstellung des Rahmenplans verraten. Zielgruppe sind jedenfalls alle Kinder mit Sprachschwierigkeiten, längst nicht alle haben eine Flucht- oder Migrationshintergrund. „Letztlich geht es darum, die Bildungschancen aller und den Anteil höherqualifizierter Schulabschlüsse zu erhöhen“, zeigt Dreckmann die Perspektive auf.


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