Kuriose Unfälle in Delmenhorst Stadt ändert Parkregel: Zwei Unfälle mit Totalschäden


Delmenhorst. Zwei Mal hat es am Wochenende an der Friedensstraße gescheppert. Zwei Tage zuvor hatte die Stadt die Parkregel in dem Bereich geändert. Laut Polizei ist die Schuldfrage aber unstrittig.

Es dauerte zwei Tage, dann folgte der erste Unfall, wenige Stunden später dann der zweite: Die Stadt Delmenhorst hat vergangenen Mittwoch die Parkplatzregelung in der Friedensstraße geändert. Diese veranlasst Anwohner, ihr Auto an die Straße und nicht mehr auf Parkplätze zu stellen. Am Freitagabend dann rammte ein Wagen einen Bulli, der an der Straße abgestellt war, am Samstagmorgen fuhr ein weiteres Auto in das Fahrzeug. Die Unfallbilanz: Zwei Totalschäden, eine Leichtverletzte und insgesamt 7500 Euro Schaden. Die Schuldfrage ist seitens der Polizei aber unstrittig.

Geänderte Parkregel an der Friedensstraße

Zur Sachlage: Parken an der Friedensstraße im Halbrund vor dem Friedhof Bungerhof, in den Parkbuchten der Straße selbst und auf dem öffentlichen Parkplatz der Gärtnerei Knoop war bis Mittwoch ohne zeitliche Begrenzung möglich. Seitdem ist das Parken in diesen Bereichen nur noch werktags zwischen 9 und 18 Uhr für maximal zwei Stunden erlaubt. Ein Umstand, auf den sich Anwohner einstellen müssen. Kay Schroeder betreibt an der Friedensstraße eine Spedition und wohnt in dem Gebäude. Vier seiner Fahrzeuge, drei Firmen- und ein Privatwagen, parkten bis vor Kurzem regelmäßig in dem genannten Bereich. Seit der Änderung der Parkregel weicht Schroeder auf den Seitenrand der Friedensstraße aus. Der doppelt gerammte Bulli gehört ihm.

Friedhofbesuchern beschwerten sich über Dauerparker

„Die Regeländerung kann ich nicht nachvollziehen. Zu den genannten Parkzeiten ist so gut wie nie jemand auf den Parkflächen zu sehen – außer bei Beerdigungen“, sagt Schroeder. Für ihn waren Unfälle wie am Freitag und Samstag vorhersehbar. Schroeder selbst habe darum einen Bewohnerparkausweis beantragt, wie die Stadt bestätigt. Dies sei aber abgelehnt worden, weil dieser nur für die Innenstadt gelte, so Stadtsprecher Timo Frers. Frers sagt, die Änderung der Parkregel sei überhaupt erst entstanden, weil mehrfach Beschwerden von älteren und gehbeeinträchtigen Besuchern des Friedhofs eingegangen seien. Die genannten Parkflächen wären von Dauerparkern zugestellt gewesen, so der Vorwurf. Zur verkehrlichen Lage sagt Frers: „Die Straße ist ausreichend breit und ausgeleuchtet. Sollte es Probleme geben, liegen sie auf der Seite der Autofahrer.“ (Weiterlesen: Unübersichtliche Einmündung an Grüner Straße als Gefahr)

„Unfallschwerpunkt nicht gegeben“

Diese Aussage stützt auf Anfrage auch die Polizei: Der Bulli sei ordnungsgemäß abgestellt worden, die Straße sei auch keine Rennstrecke, wie von Schroeder behauptet. „Die Unfallverursacher haben die Straße wohl aus reiner Gewohnheit benutzt und nicht mit dem Bulli am Seitenrand gerechnet“, vermutet Polizeisprecher Albert Seegers. Dass die Parkregelung an der Friedensstraße wieder geändert wird, ist indes unwahrscheinlich. Die Verkehrssicherheitskommission kann dies laut Frers veranlassen, aber nur, wenn ein hieb- und stichfester Grund vorliegt: Etwa eine erhöhte Unfallgefahr. Und auch das ist laut Polizei nicht der Fall. (Weiterlesen: Kommission korrigiert Parkproblem vor Bäckerei)

„Unfallrisiko wird bestehen bleiben“

Diese allerdings sieht Kay Schreoder voraus: „An der Friedensstraße entsteht derzeit viel neuer Wohnraum. Aber genug Parkplätze gibt es nicht. Das Unfallrisiko wird bestehen bleiben.“ Wie dem auch sei: Für Schröder wird sich bald nicht mehr die Frage stellen, wo er seine Fahrzeuge abstellt. Ab November zieht er mit seiner Firma von der Friedens- an die Friesenstraße. „Dort stehen die Wagen dann unter Verschluss.“


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