Serie: dk-Spielplatzcheck Spielplatz in der Graft bekommt volle Punktzahl

Von Frederik Grabbe


Delmenhorst. Fast 140.000 Euro steckte die Stadt 2010 in den Kinderspielplatz in der Graft. Doch hält das 2000 Quadratmeter große Areal, was die bloße Geldsumme verspricht? Die Mütter Sandra Beier und Ilona Neumann testeten mit ihren Söhnen Levi und Luca den Spielplatz.

Ritterburgen waren im Mittelalter Demonstrationen von Macht. Und wer über diese Burg im grünen Herzen Delmenhorsts, zumindest an diesem Nachmittag, herrscht, daran lässt Levi (4) keinen Zweifel. „Hallo, hier spricht die Ritterburg. Wir sind jetzt Ritter“, schallt es aus einer metallenen Sprechtüte. Diese sitzt an einer Ecke des hölzernen Kastells auf dem Kinderspielplatz in der Graft. Neben Levi steht Luca (4) auf der Konstruktion und wartet ungeduldig, auch mal ein paar laute Töne von sich zu lassen.

Wasser marsch an der Pumpe

Danach kraxeln Levi und Luca an einem Kletterseil zu Boden hinab und hasten zum Wasserlauf, den sie per Pumpe bewässern. Mit kleinen Drehtoren können sie das Nass auch Stauen, was für die Vierjährigen ziemlich faszinierend ist. Mit dabei sind Sandra Beier (31) und Ilona Neumann (47), die Mütter von Levi beziehungsweise Luca. In dieser Jahreszeit sind sie auf einer Vielzahl von Spielplätzen in Delmenhorst unterwegs, heute testen sie für das dk mit ihren Kindern den rund 2.000 Quadratmeter großen Graftspielplatz, der 2010 nach einer Investition von fast 140.000 Euro eröffnet wurde.

Nicht gerade arm an Spielgelegenheiten

Was sofort ins Auge sticht: Die Holzburg ist nur ein Element auf dem Spielplatz, der nicht gerade arm an Spielgelegenheiten ist. Es gibt unter anderem eine Schaukel, den genannten Wasserlauf, zwei Wippen, eine Drehscheibe, eine Mini-Rutsche mit Seilzug, um Sand zu transportieren und eine Seilbahn. In sieben Kategorien vergeben die Mütter Schäufelchen, fünf Schäufelchen sind die bestmögliche Bewertung, keines die schlechtmöglichste. Zu den Einzelbewertungen geht es oben in der Bildergalerie.

Klo erst wieder beim Graft-Kiosk

Eine Notiz am Rande: Ein Klo gibt es hier übrigens erst in weiter Entfernung am Graft-Kiosk. Als Freundin Emma (4), die die Jungs besucht, mal muss, geht ihre Mutter mit ihr kurzerhand in die Büsche beim Minigolfplatz. „Einen Punktabzug geben wir aber deswegen nicht“, sagt Neumann. Schließlich sei eine Toilette nicht auf einem Spielplatz zu erwarten.

Fragt man die Kinder übrigens selbst, was ihnen am Spielplatz am besten gefällt, sagt Levi begeistert: „Alles!“. Dann dreht er sich um und schießt in Richtung Wasserpumpe davon - und beendet so das Gespräch.

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Mitmachen:

Delmenhorst hat noch zahlreiche andere Spielplätze, die das dk mit seinen Lesern unter die Lupe nehmen will. Sie möchten mit uns und Ihren Kindern einen Spielplatz testen oder haben Anregungen, welchen Spielplatz sich die Redaktion mal genauer anschauen soll? Melden Sie sich gern unter redaktion@dk-online.de.