Anonyme Vorwürfe an Klinik Große Unruhe erschüttert Delmenhorster Krankenhaus

Unruhe am Josef-Hospital in Delmenhorst (hier der derzeitige Standort in Deichhorst): Die Belegschaft fühlt sich offenkundig unter Druck. Symbolfoto: Jan Eric FiedlerUnruhe am Josef-Hospital in Delmenhorst (hier der derzeitige Standort in Deichhorst): Die Belegschaft fühlt sich offenkundig unter Druck. Symbolfoto: Jan Eric Fiedler

Delmenhorst. Es sind anonyme Vorwürfe, mutmaßlich aus dem Pflegepersonal: Am Josef-Hospital sei die Arbeitsbelastung derart hoch, dass die Patientenversorgung gefährlich leide. JHD-Chef Thomas Breidenbach sind derartige Missstände nicht bekannt, er nimmt die anonymen Beschwerden aber dennoch ernst.

Anonyme Vorwürfe über eine angeblich mehr als mangelhafte Patientenversorgung erschüttern das Josef-Hospital. Die Beschwerdeführerin will sich aus Angst um ihren Arbeitsplatz nicht zu erkennen geben, gleichwohl nimmt JHD-Chef Thomas Breidenbach die Hinweise sehr ernst . Er appelliert an die mutmaßliche Krankenschwester, sich dem Beschwerdemanagement des Hauses anzuvertrauen, das auch anonyme Hinweise aufarbeitet.

Angeblich Patientenleben in Gefahr

Die Frau klagt: „Es geht mir um die Zustände dort, die teilweise fahrlässig sind aufgrund der hohen Arbeitsbelastung“. Sie schildert einen konkreten Fall, bei dem sich der Zustand eines Patienten nach einer OP zusehends verschlechterte, ohne das sofort notwendige Anschlussuntersuchungen eingeleitet worden wären. „Wenn da nicht sofort was passiert, dann wird der Patient auf der Strecke bleiben“, habe sie den verantwortlichen Arzt eindringlich auf die Notsituation angesprochen. Der habe zunächst gar nicht reagiert, dann aber doch die Untersuchung mit entsprechenden Behandlungsmaßnahmen eingeleitet. „Man ist völlig überfordert“ – Personal Ärzte, Assistenzärzte seien auf sich allein gestellt und vieles gehe aus Unsicherheit verloren wie Hygieneaspekte und mehr, klagt die Mitarbeiterin.

Whistleblowing am JHD

JHD-Geschäftsführer Breidenbach bittet die anonyme Hinweisgeberin, sich am seit Monaten aktiven Whistleblowing-System zu beteiligen, um den Vorfall zu melden. Er gehe an eine unabhängige Stelle, wo die verschiedenen Kritikpunkte aufgegriffen und geklärt würden. Über dieses System gebe es einmal im Monat im Haus auch eine Infoveranstaltung. Breidenbach sagte ferner, Mitarbeiter könnten sich zudem vertrauensvoll an Betriebsrat, Mitarbeitervertretung und Geschäftsleitung wenden. Er bekräftigte aber auch, dass ihm keine grundsätzlichen massiven Missstände bekannt seien. Gleichwohl gebe es eine „große, große Unruhe“ unter der Belegschaft durch die Zusammenführung von Klinikum und Josef-Stift zu einem Haus, die Kontroverse um den Standort, den Brand und nicht zuletzt die Berichterstattung in der Presse . Von den Arbeitnehmervertretern war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Technischer Defekt

Unterdessen hat sich die Ursache des Großbrandes vom 16. September als technischer Defekt verfestigt : Breidenbach ist von der Polizei mündlich über den genauen Ausbruchsgrund des Feuers unterrichtet worden. Details wollte er nicht nennen, da das Gutachten der Brandermittler noch nicht schriftlich vorliege.


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