Brandursache in Hospital wohl geklärt Technischer Defekt löst Feuer in Delmenhorster Klinik aus

Von Michael Korn

Wohl doch kein Totalschaden: Delmenhorster Josef-Hospital soll laut Versicherer wieder aufgebaut werden. Foto: Andreas NistlerWohl doch kein Totalschaden: Delmenhorster Josef-Hospital soll laut Versicherer wieder aufgebaut werden. Foto: Andreas Nistler 

Delmenhorst. Die Brandursache scheint geklärt: Ein technischer Defekt hat nach gegenwärtigem Kenntnisstand das Großfeuer im Delmenhorster Josef-Hospital ausgelöst. Davon gehen jedenfalls die Öffentlichen Versicherungen Oldenburg aus. Auch werde kein Totalschaden angenommen, sondern ein Wiederaufbau des betroffenen Gebäudeteils.

Der Großbrand im Delmenhorster Josef-Hospital vom vergangenen Freitag scheint weitgehend aufgeklärt: Danach hat ein technischer Defekt das Feuer ausgelöst und den neuen Gebäudetrakt schwer beschädigt . Zudem wird davon ausgegangen, dass Flammen und Löschwasser keinen - zunächst befürchteten - Totalschaden angerichtet haben. Daher sei ein Wiederaufbau sehr wahrscheinlich. Das zumindest sind die derzeitigen Erkenntnisse der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg, wie der zuständige Chef der Sachschadenabteilung, Werner Korfhage, dem dk auf Anfrage mitteilte.

Maßnahmen zur Schadensminderung eingeleitet

Korfhage: „Wie müssen zwar noch die endgültigen Ergebnisse der Brandermittler abwarten. Es sieht aber alles nach einem technischen Defekt aus. “ Dafür bestehe Haftung. Das Haus sei allumfassend versichert, es gebe keine Deckungslücken. Im Hinblick auf einen Wiederaufbau des betroffenen neueren Trakts würden jetzt Sachverständige für Gebäudesubstanz, chemische Analytik und Inventar zusammen mit dem Architekten die erforderlichen Schritte vorgeben. Es seien bereits Maßnahmen zur Schadensminderung eingeleitet worden. Korfhage sagte weiter, dass die Dachreste abgetragen und durch ein Notdach zur Verhinderung von Witterungseinflüssen ersetzt würden. In den darunter liegenden Geschossen inklusive OP- und Funktionsbereichen bis hin zum Keller sollen Trocknungsarbeiten die Löschwasserschäden beseitigen. Zur genauen Schadenshöhe wollte der Versicherungsexperte keine Aussagen machen, es sei aber von mehreren Millionen Euro auszugehen .

Schwarz (CDU) fordert Aufklärung über Brandschutz

Unterdessen fordert die Delmenhorster CDU-Landtagsabgeordnete Annette Schwarz Aufklärung über mögliche Lücken im Brandschutz am Josef-Hospital: „Offenbar hat die Verbindungsbrücke zwischen dem Krankenhausbau und dem Ärztehaus Probleme bei dem Einsatz der Drehleiter bereitet. Ob dies damals in den Jahren 2011 beziehungsweise 2012 bei der Erstellung des Bebauungsplans beziehungsweise bei der Baugenehmigung hinreichend geprüft wurde, ist nun Gegenstand meiner Anfrage an die Stadtverwaltung.“ Hinsichtlich des geplanten, mit 70 Millionen Euro geförderten Neubaus des Josef-Hospitals an dem Standort in der Innenstadt äußerte sich Schwarz „sehr zuversichtlich“: Jörg Röhmann, Staatssekretär im niedersächsischen Sozialministerium, habe noch am Freitag den Förderantrag auf Strukturmittel des Bundes beziehungsweise des Bundesversicherungsamtes „überhaupt nicht infrage gestellt“. Man wolle die ersten Erkenntnisse Anfang dieser Woche abwarten. Nachdem der Landtag am Freitagmittag während der Plenarsitzung durch Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) über den Ausbruch des Brandes in Delmenhorst unterrichtet worden war, hatte es laut Schwarz mit ihrer Beteiligung ein entsprechendes Gespräch zwischen Röhmann und den Landtagsabgeordneten Christian Dürr (FDP) und Axel Brammer (SPD) gegeben.

Schwarz: Retten, was zu retten war“

Schwarz weiter: „Sowohl Herr Breidenbach als Geschäftsführer des JHD als auch Herr Jahnz als Oberbürgermeister wurden von mir persönlich noch am Freitagabend am Brandort über die Haltung des Sozialministeriums informiert. Vor Ort habe ich zusätzlich direkt einen Eindruck von der beachtlichen Leistung der Feuerwehren aus Delmenhorst und dem Umland sowie der hilfreichen Unterstützung der Brandbekämpfer unter anderem durch die Mitarbeiter des Josef-Stiftes bekommen können. Hier hatten alle ein Ziel: Retten was zu retten war.“


Der Bebauungsplan Nr. 358 „Josef-Hospital“ umfasst einen Bereich südlich der Westerstraße einschließlich der Erschließungsstraßen und Wege zum Krankenhaus. Die Westerstraße, die Straße Am Knick, die Blumenstraße sowie die angestrebte Fußgängerverbindung zur Lange Straße sind ebenso Teil des Geltungsbereiches wie das zukünftige Krankenhausareal, der Parkplatz Am Knick und die rückwärtigen Brachflächen der Lange Straße/Bahnhofstraße, sowie die Gebäude Louisenstraße 35 und Bahnhofstraße 7-9. Der Aufstellungsbeschluss wurde am 1.7.2016 amtlich bekannt gemacht. Das Aufstellungsverfahren wird im beschleunigten Verfahren gemäß § 13a BauGB (Bebauungsplan der Innenentwicklung) durchgeführt. Eine Umweltprüfung gemäß § 2 (4) BauGB wird nicht durchgeführt. Wesentliches Ziel der Planaufstellung ist die langfristige Sicherung und Entwicklung der Gesundheitsversorgung durch ein leistungsfähiges Krankenhaus in Delmenhorst.

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