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Brand im Josef-Hospital Delmenhorst Krankenhaus-Brand: Auch Deichhorst wird nicht angefahren

Von Eyke Swarovsky


Delmenhorst. Am Josef-Hospital Delmenhorst Mitte (ehemals St. Josef-Stift) ist ein Feuer ausgebrochen. Der Dachstuhl des Neubaus ist komplett ausgebrannt.

Von dem Brand im JHD Mitte ist auch der Standort in Deichhorst betroffen: Laut Geschäftsführer Thomas Breidenbach wird das Krankenhaus derzeit nicht vom Rettungsdienst angefahren. Krankenwagen fahren umliegende Krankenhäuser an. Hintergrund ist, dass die Serververbindung zwischen dem Rechenzentrum im JHD Mitte und Deichhorst abgebrochen ist. Breidenbach geht davon aus, dass sie im Laufe des Samstags wieder hergestellt werden kann. Die Ambulanz hat laut Breidenbach aber weiter geöffnet.

Wegen des Brandes ist derzeit auch das Gesundheitszentrum an der Westerstraße mit der darin befindlichen Notdienstpraxis gesperrt. Der Notdienst ist weiterhin unter der Rufnummer 116117 erreichbar. Laut diensthabender Ärztin wird im Einzelfall entschieden, ob der Arzt zu einem Hausbesuch kommt oder der Patient in die Praxis des diensthabenden Arztes bestellt wird. Ob diese Regelung auch für Samstag und Sonntag gilt, ist noch nicht sicher. Über die Nummer 116117 sei der Notdienst aber weiterhin jederzeit erreichbar. Die medizinische Versorgung sei gewährleistet.

Feuer bricht gegen Mittag aus

Um 13.44 Uhr hatte die Brandmeldeanlage im JHD Mitte ausgelöst. Kurze Zeit später schlugen Flammen aus dem Dach des Neubaus. Alle Feuerwehren in Delmenhorst und weitere Wehren aus dem Landkreis Oldenburg wurden umgehend alarmiert.

Vollbrand im vierten Obergeschoss

Offenbar brach das Feuer im vierten Obergeschoss aus. Dort befindet sich die sogenannte Zentralsterilisation, die auch den Klinikstandort JHD Deichhorst mit medizinischen Instrumenten versorgt. Auch Klinikpersonal war noch im Gebäude, offenbar jedoch in den unteren Geschossen. Weiter soll sich auch die Elektrikzentrale in dem Gebäudeteil befinden. Die Feuerwehr konnte relativ zügig vermelden, dass sich keine Personen mehr in dem Gebäude befinden. Auch das anliegende Gesundheitszentrum wurde evakuiert.

Augenzeugen hatten von einem lauten Knall berichtet, bevor das Feuer ausbrach. Diese Information konnte offiziell bislang jedoch nicht bestätigt werden.

Gebäude sollte bei Abriss stehen bleiben

Während die Feuerwehr mit den Löscharbeiten von allen Seiten begann, stand das Klinikpersonal mit Tränen in den Augen vor dem brennenden Gebäude. Verzweiflung stand den meisten ins Gesicht geschrieben.

Besonders dramatisch ist das Flammenmeer, weil es genau den Gebäudeteil betrifft, der beim Abriss und dem anschließenden Neubau des Innenstadt-Krankenhauses stehen und weiterverwendet werden sollte.

Das JHD Mitte und das JHD Deichhorst firmieren seit Januar unter dem gemeinsamen Namen Josef-Hospital Delmenhorst. Im Juli zog der Großteil des JHD Mitte für die Zeit des Neubaus in der Innenstadt an den Standort Deichhorst an der Wildeshauser Straße. Bis 2020 sollte das Krankenhaus in der Innenstadt zum Großteil abgerissen und neu gebaut werden, so dass Delmenhorst nur noch einen Krankenhausstandort in der City hat.

Stationär behandelte Patienten befinden sich seit dem Umzug so gut wie nicht mehr im JHD Mitte. Der Bettentrakt ist nicht mehr belegt.

Polizeichef Jörn Stilke sagte vor Ort: „Wir rechnen nicht damit, dass Brandermittler die Arbeit heute noch aufnehmen können.“

Jahnz: „Das wichtigste ist, dass keiner verletzt wurde“

Delmenhorstst Oberbürgermeister Axel Jahnz kam zum Brandort und sagte: „Ich kann nur sagen, was ich weiß, und das ist Vollbrand in der vierten Etage. Es ist niemand mehr im Gebäude. Es gibt auch keine Verletzten. Alle Feuerwehren und Rettungskräfte aus der Region sind hier im Einsatz. Das ist sehr gut organisiert. Ich wage aber noch keine Prognosen und Spekulationen. Das wichtigste ist, dass niemand zu Schaden gekommen ist und der Brand unter Kontrolle gebracht wird. Das ist im Moment das Allerwichtigste.“

Auswirkungen auf Verkehr

Der öffentliche Nahverkehr wurde durch das Feuer ebenfalls beeinträchtigt. Der Zugang zum Bahnhof wurde von der ZOB-Seite aus vorübergehend gesperrt und war nur von der Jute aus möglich. Der ZOB wurde komplett abgesperrt. Alle Buslinien wurden über die Haltestelle „Markt umgeleitet“. Der Personenverkehr rund um die Innenstadt stockte durch die Sperrung der Wittekindstraße. Der Zugverkehr zwischen Bremen und Oldenburg läuft.

Hier können Sie die Ereignisse noch einmal im Liveticker verfolgen.