Neues EFB-Projekt „Opstapje“ Treppchen für Flüchtlingskinder in Delmenhorst

Von Sonia Voigt

Spender und Projekt-Verantwortliche vereint: Mit Büchern und Spielen helfen Dunya Azadzoy (vorne, mit „Opstapje“-Tasche) und die anderen drei Hausbesucherinnen Flüchtlingsfamilien. Sechs Delmenhorster Serviceclubs fördern das von der Stadt unterstützte Projekt. Foto: Sonia VoigtSpender und Projekt-Verantwortliche vereint: Mit Büchern und Spielen helfen Dunya Azadzoy (vorne, mit „Opstapje“-Tasche) und die anderen drei Hausbesucherinnen Flüchtlingsfamilien. Sechs Delmenhorster Serviceclubs fördern das von der Stadt unterstützte Projekt. Foto: Sonia Voigt

Delmenhorst. An Ein- bis Dreijährige und ihre Eltern richtet sich ab Oktober ein neues Bildungsprojekt. Sechs Serviceclubs haben sich zusammengetan, um nach Delmenhorst Geflüchteten zu helfen.

Frisch geschult in frühkindlicher Bildung und mit Sprachkenntnissen in Arabisch, Farsi, Hindi und Urdu ausgestattet ist Dunya Azadzoy die Idealbesetzung als Hausbesucherin für Flüchtlingsfamilien im neuen Projekt „Opstapje“ (niederländisch für Treppchen). Ab Oktober werden vier Hausbesucherinnen wie sie unter Regie der Evangelischen Familien-Bildungsstätte Delmenhorst/ Oldenburg-Land ein Jahr lang mit 20 Flüchtlingsfamilien arbeiten. Dass das in den Niederlanden entwickelte und bundesweit erprobte Bildungsprojekt nun Delmenhorst erreicht, haben sechs hiesige Serviceclubs gemeinsam ermöglicht.

Hausbesucherinnen sprechen verschiedene Sprachen

„Zielgruppe des präventiven Spiel- und Lernprogramms sind Familien, denen es aufgrund ihrer belasteten Situation schwerfällt, ihr Kleinkind richtig zu fördern“, erklärt EFB-Leiterin Christine Peters. Grundsätzlich steht das Projekt allen Familien mit Kindern im Alter von ein bis drei Jahren offen, der Fokus liegt aber besonders auf Zuwanderern. Die vier bereits gefundenden Hausbesucherinnen sprechen verschiedene Sprachen und sind zum Teil wie Dunya Azadzoy schon als Integrationslotsin in den zentralen Flüchtlingsunterkünften engagiert. „Dadurch kenne ich schon viele Familien“, ergänzt Azadzoy.

Bücher, Spiele und Handpuppen helfen beim Spielen und Lernen

Nach einer Fortbildung beginnen die vier Frauen mit wöchentlichen Hausbesuchen bei den Familien. „Sie beschäftigen sich intensiv mit Eltern und Kind und geben vielfältige Spielanregungen“, erklärt Peters. Dabei hilft ihnen eine Grundausstattung mit Büchern, Spielen, Handpuppen, aber auch Zahnbürste und Zahnputzbecher.

Familien sollen sich bei Gruppentreffen im Stadtteil austauschen

Nach einer Anlaufzeit sollen auch Gruppentreffen organisiert werden, bei denen sich die Familien in ihrem Stadtteil austauschen können. „Es ist wichtig, dass die Familien auch rauskommen, dann stehen ihnen auch weitere Hilfsangebote offen“, erklärt Dr. Johann Böhmann, der das „Opstapje“-Projekt in seiner Zeit als Präsident des Lions Clubs Delmenhorst-Burggraf mit anstieß.

Projekt ist bundesweit erprobt

„Es ist eine tolle Leistung, dass alle Clubs sich zusammengetan haben“, hebt Böhmann hervor. Als die Zahl neu ankommender Flüchtlinge gipfelte, hatten die Clubs bei der zuständigen Fachbereichsleiterin der Stadt Petra Gerlach und Migrations-Koordinator Lutz Gottwald angefragt, wie sie helfen können. Heraus kam das zunächst auf ein Jahr angelegte „Opstapje“-Projekt, für das die Clubs 12.000 Euro beisteuern. „Es ist ein erprobtes Projekt, dass bundesweit schon viele Jahre erfolgreich läuft“, erklärt Gottwald die Wahl.

Sechs Serviceclubs bringen gemeinsam 12.000 Euro auf

Mit im Boot sind der Lions-Club Delmenhorst-Burggraf, der Lions-Club Delmenhorst, der Lions-Club Oldenburger Geest, der Lions-Club Gräfin Hedwig Delmenhorst, der Round Table Delmenhorst und der Rotary Club Delmenhorst. Weitere Stiftungs- und Landesmittel kommen hinzu.


Das Projekt „Opstapje“ steht weiteren Familien offen. Kontakt über die EFB unter Telefon (04221) 998720.

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