Ein Hund, wie jeder andere? Halter von Listenhunden kämpfen mit Vorurteilen

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Der American Bulldog-Staffordshire Mix „Mailo“ mit seinen tierischen Chihuahua-Freunden „Coco“ und „Mausi“ (von links). Foto: Lennart BonkDer American Bulldog-Staffordshire Mix „Mailo“ mit seinen tierischen Chihuahua-Freunden „Coco“ und „Mausi“ (von links). Foto: Lennart Bonk

Delmenhorst. In Deutschland werden einige Hunde rassebedingt als gefährlich eingestuft. Die Besitzer müssen bestimmte Auflagen erfüllen, um die Tiere halten zu dürfen. Ein Delmenhorster Hundehalter erzählt aus dem Leben mit einem Listenhund.

„Kein Hund wird aggressiv geboren“, so lautet das klare Statement von Michael Graf (Name von der Redaktion geändert) zum Thema Listenhunde. Seit über drei Jahren ist er Besitzer des American Bulldog-Staffordshire Terrier Mix „Mailo“. Schon seit dem Welpen-Alter ist der Hund treuer Weggefährte des Delmenhorsters.

Als „gefährlicher Hund“ klassifiziert

Aufgrund seiner Mischung aus zwei gelisteten Hunderassen wird „Mailo“ per Gesetz als gefährlicher Hund klassifiziert. Für sein Herrchen ist er jedoch ein Vierbeiner, wie jeder andere. „Es ist eine Sache der Erziehung, wie sich der Hund gegenüber Artgenossen und Menschen verhält“, erklärt der Hundehalter, der die Rassen aufgrund des freundlichen und loyalen Wesens mag.

Niedersachsen verzichtet seit 2011 auf Liste

Bis auf Niedersachsen führt jedes Bundesland eine sogenannte Rasseliste, auf der Hunde stehen, die rassebedingt als gefährlich angesehen werden. Seit 2011 verzichtet Niedersachsen auf die pauschale Liste und nimmt im Gegenzug die Hundehalter in die Pflicht. So wird für das Halten von gefährlichen Hunden eine Erlaubnis der zuständigen Behörden benötigt. In Delmenhorst müssen Besitzer für den Erhalt der Erlaubnis unteranderem einen Wesenstest mit dem Hund absolvieren sowie Hundeführerschein und Führungszeugnis vorweisen.

Vorurteile durch Beiß-Geschichten

Graf hält diese fortschrittliche Regelung für sinnvoll. „Viele Leute kennen nur die Beißbilder aus den Medien und stempeln die Hunde pauschal als gefährlich ab. Erst wenn man sich ein eigenes Bild von den Tieren macht, erkennt man ihr richtiges Wesen“, meint der hundebegeisterte Delmenhorster.

Dass „Mailo“ eigentlich ein Vierbeiner, wie jeder andere ist, beweise er seinem Besitzer tagtäglich.. Bei seinem Herrchen teilt er sich gemeinsam mit einem Jack Russel-Mix und zwei Chihuahuas ein „Revier“.

Chihuahua „Coco“ ist das Oberhaupt

Zu Streitigkeiten oder Beißattacken zwischen „Mailo“ und den drei deutlich kleineren Hunden von Grafs Lebensgefährtin ist es noch nie gekommen. Es sei sogar so, dass sich der American Bulldog-Staffordshire Mix dem Mini-Chihuahua „Coco“ unterordne, sagt das Herrchen. Auch bei Grafs Kindern sowie Besuchern und Freunden ist „Mailo“ problemlos und gibt den Gästen keinen Grund dazu, Angst vor ihm zu haben. „Er freut sich, springt durch die Gegend und dreht sich im Kreis, wenn Leute zu Besuch kommen. ‚Mailo‘ ist eben ein Hund wie jeder andere“, so Graf.


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