247 Sänger in der Markthalle Voller Erfolg für erstes Rudelsingen in Delmenhorst

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Delmenhorst. Es war eine reine Wohlfühlveranstaltung – und kam gerade darum so gut bei den Besuchern an. Am Mittwochabend versammelten sich exakt 247 Musikbegeisterte zum ersten Rudelsingen in der Delmenhorster Markthalle.

Lediglich drei Karten waren laut Ann-Katrin Meyer vom städtischen Kulturbüro nicht abgeholt worden. Bis auf diese drei Plätze also war die Bude voll.

Der Grund? Kurt und Simon Bröker präsentierten die schönsten Lieder zum Mitsingen. So wurde es angekündigt. Aber was heißt das genau? Die Musiker selbst hatten E- und Akustikgitarre sowie ein Cajón im Gepäck. Und einen Beamer. Dieser projizierte die Liedtexte an eine Leinwand. Musik und Text zum Mitsingen wie in einer einzigen, großen Karaoke-Bar, so lautete das einfache – und erfolgreiche – Rezept. Ausgewählt wurden dann Songs wie „Ein Kompliment“ von den Sportfreunden Stiller, „Ich war noch niemals in New York“ von Udo Jürgens, „Country Roads“ von John Denver oder den plattdeutschen Klassiker „Dat du min Leevsten büst“: Bestes Mitsingmaterial also.

Singen, Schunkeln, Tanzen

Schon von früh an wurden die Besucherinnen und Besucher – der weibliche Anteil überwog deutlich – mitgerissen. Mit Ausrufen wie „Oh jaaaa“ wurden einzelne Titel begrüßt, als sie angespielt wurden, „Das wird richtig gut“ meinte eine Besucherin, die das Rudelsingen zuvor schon einmal in Bremen erlebt hatte. Und so stiegen wenig verwunderlich schon früh die Hände in die Luft, es wurde geschunkelt, getanzt und natürlich mitgesungen. Auf der Bestuhlung gesessen wurde eigentlich nur während den Zwischenmoderationen.

„Man spürt es im Bauch“

„Mir gefällt es richtig gut“, sagte etwa die Delmenhorterin Claudia Schubert (46). „Ich bin Erzieherin und singe als Solistin bei Hochzeiten. Ich lasse Musik also viel bei der Arbeit einfließen, darum ist das heute Abend der richtige Ort für mich“, sagte sie, nur um prompt die nächste Liedzeile mitzusingen. „Spüren Sie das denn nicht?“, fragte ihre Freundin Sabine Fischer (46). „Die Musik spürt man im Bauch, so wie alle hier. Das ist ein richtig schönes Gemeinschaftsgefühl, man kann sich richtig mitreißen lassen.“ Rund 250 Leute an einem Ort und alle singen „Mama Mia“ von Abba – es war mehr als klar, was Fischer mit „Gemeinschaftsgefühl“ meinte.

„Toll für Delmenhorst“

Ein wenig an den Rand gedrängt und ein wenig steif in der schunkelnden Masse wirkten Alfred Klose (57) und Ralf Bernett (53) in einer der hinteren Reihen. Sie seien zwar mit ihren Frauen aber aus eigenem Antrieb hier, versicherten sie. „Seltsam, dass hier nur fast nur Frauen sind“, bemerkte Bernett. „Aber das Rudelsingen ist toll für Delmenhorst.“ „Das richtige Feeling kommt bestimmt noch“, versprach Klose – nur um plötzlich von „Dat du min Leevsten büst“ an die eigenen Kindheit erinnert zu werden: „Das habe ich als Junge auf der Gitarre gespielt!“.

Unterm Strich lässt sich sagen, die Rudelsänger fühlten sich beim Konzert sichtlich wohl, oder um es mit den Worten John Denvers zu sagen: „Take me home to the place where I belong“. Der Platz, wo man hingehört, war am Mittwochabend die Markthalle. Zumindest für zweieinhalb Stunden.


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