Café-Eröffnung in der City Bäckermeister Haferkamp setzt auf Standort Delmenhorst

Von Thomas Breuer

Hoher Anspruch an die eigene Produktion: Jennifer Bardt und Wilhelm Haferkamp von der Bäckermeister Haferkamp GmbH. Foto: Thomas BreuerHoher Anspruch an die eigene Produktion: Jennifer Bardt und Wilhelm Haferkamp von der Bäckermeister Haferkamp GmbH. Foto: Thomas Breuer

Delmenhorst. Die Bäckermeister Haferkamp GmbH plant, bis November auf 180 Quadratmetern ein Café im C&A-Gebäude zu eröffnen. Der Name des Unternehmens ist in Delmenhorst bislang nicht so präsent wie seine Filialen.

Nun ist Wilhelm Haferkamp kein waschechter Delmenhorster, sondern „nur“ ein Zugezogener, der in Hasbergen heimisch geworden ist. Vielleicht hat der 59-Jährige gerade deswegen einen unverstellten, weitaus optimistischeren Blick auf die Stadt als so mancher, der hier groß geworden ist.

„Innenstadt wird völlig falsch bewertet“

„Ich glaube, die Innenstadt wird völlig falsch bewertet“, sagt Haferkamp. „Sie hat alles, was eine Innenstadt in einer kleineren Stadt braucht.“ Ein echtes Café zu ebener Erde allerdings, das kann er nach eigenen Worten in der City nicht entdecken – und will es spätestens Anfang November nun selbst eröffnen, an der dem Marktplatz zugewandten Seite des im Umbau befindlichen C&A-Gebäudes.

Inhaber von Mühlbachs Backstube

Haferkamp ist Bäckermeister in der vierten Generation, stammt aus Verden, ist Werder-Sponsor und betreibt mehr als 20 Filialen in Bremen und dem Umland. Vor zehn Jahren hat er Mühlbachs Backstube mit dem dazugehörigen Filialnetz übernommen und vor fünf Jahren die Zentrale seines Unternehmens an die Harpstedter Straße im Delmenhorster Stadtsüden in ein neu errichtetes Gebäude verlegt. Die Bäckermeister Haferkamp GmbH hat heute rund 250 Angestellte, allein sieben Bäckermeister, darunter mit Wilhelm Haferkamp junior bereits die fünfte Generation, sind in der Firma tätig. Rund 30 Beschäftigte leisten die Produktion an der Harpstedter Straße, von wo aus nicht nur die eigenen Filialen beliefert werden. Auf der Kundenliste stehen auch Großbetriebe wie Krankenhäuser und Altenheime, selbst das „Hurricane“-Festival in Scheeßel hat die Firma Haferkamp schon mit vielen Tausend Brötchen versorgt.

Vom Kampf über den Preis verabschiedet

„Qualitätsführerschaft“ ist ein Wort, das der Chef ebenso gerne in den Mund nimmt wie seine Erzeugnisse. Der Preiskampf der Discounter, er lässt ihn längst kalt. Haferkamp ist überzeugt, dass seine Kundschaft zu schätzen weiß, dass er im Produktionsprozess grundsätzlich auf Fertigmischungen und chemische Zusätze verzichtet. Stattdessen setzt er, wo es geht, auf Regionalität und die Jahreszeiten. Soll heißen: Der Kürbis für sein Kürbisbrot kommt ausschließlich von Bauer Otte aus Bookholzberg und wenn dessen Ernte durch ist, gibt es eben kein Kürbisbrot mehr. „Tiefkühlkürbis aus China würden wir nie verwenden“, sagt Haferkamp. Auch Obstboden mit Erdbeeren oder Blaubeeren biete er nur dann, wenn diese Früchte Saison haben.

Eine Niedersachsenmeisterin im Team

Dem Bäckermeister ist ein gewisser Stolz auf seine Produkte anzumerken und seiner Assistentin in der Geschäftsführung, Bäckermeisterin Jennifer Bardt, ebenso. Die Harpstedterin ist seit 2014 im Betrieb und hatte es vier Jahre zuvor zur Niedersachsenmeisterin der Bäckerjugend gebracht. Bevor sie zu Haferkamp kam, war Bardt an der Deutschen Bäckerfachschule Olpe tätig, hat dort Meisterkurse geleitet. Jetzt ist sie zuständig für das Verkaufspersonal des Unternehmens und ein Motor auch bei der Umsetzung von Produktionsprozessen, die zur Philosophie des Unternehmens passen.

Kuvertüre statt Fettglasuren

„Wir verwenden nur Marzipan und kein Persipan“, sagt Bardt, „und nur Kuvertüre statt Fettglasuren.“ Im Vorübergehen deutet sie auf Einweckgläser, die schon bald selbst gekochte Marmelade aufnehmen sollen. Haferkamp möchte in seinen Cafés weg von den abgepackten Miniportionen Marmelade, die zu viel Verpackungsabfall hinterlassen. Die Himbeer-Johannisbeer-Füllungen für die Berliner stammen schon jetzt aus der Betriebsküche.

Auch im Inkoop-Neubau vertreten

Vor dem Café an der Langen Straße wird Haferkamp bereits im Inkoop-Neubau an der Oldenburger Straße neu antreten – mit 40 Sitzplätzen und einer Außenöffnung. Und für 2017 stehen die Modernisierung des Standorts im Inkoop-Center am Brendelweg sowie der Umbau der früher von Thomas Heyne betriebenen Bäckerei an der Cramerstraße auf dem Plan. Derzeit läuft die Umflaggung aller früheren Mühlbach-Filialen auf die Bäckerei Haferkamp. Die alten Mühlbach-Ausstattungen bis hin zu den Papiertüten wollte Wilhelm Haferkamp nicht einfach entsorgen, nun aber sei es Zeit für eine auch nach außen sichtbare Umfirmierung.

Eigenes Schulungszentrum in Planung

In drei Jahren dann soll nach jetzigen Überlegungen auch am Firmensitz an der Harpstedter Straße etwas Neues entstehen: ein eigenes Schulungszentrum für die Auszubildenden der Bäckermeister Haferkamp GmbH. „Ich glaube an den Standort Delmenhorst“, sagt der Unternehmer.