Nachfolger gesucht „Jolas Café“ in Delmenhorst vor dem Aus


Delmenhorst. Aufgrund einer langwierigen Erkrankung der Gastronomin Jola Münzenberg steht das Café im Haus Hohenböken vor dem Aus. Jetzt läuft die Suche nach einem Nachfolger.

Das Leben, das ist eine Binsenweisheit, lässt sich nicht planen. Und wer Pläne macht, was sich nicht vermeiden lässt, der stellt schnell fest, dass es oft anders kommt als gedacht. Und oft kommt es dann nicht besser. Als Wolfgang Münzenberg Ende 2013 für seine ehemalige Ehefrau, mit der er bis heute fest freundschaftlich verbunden ist, das Café im ersten Stock des Hauses Hohenböken pachtete und so ein Stück Delmenhorster Café-Tradition rettete, da waren die Münzenbergs gekommen, um zu bleiben. Jetzt, im Sommer 2016, rückt das Ende von „Jolas Café“ näher. Jolanta Münzenberg, von allen nur Jola genannt, ist erkrankt. „Die Erkrankung ist so langwierig, dass Jola das Café leider nicht mehr weiterführen kann“, berichtet Wolfgang Münzenberg. Er sucht jetzt einen Nachfolger für das Café. „Interessenten könnten auch kurzfristig übernehmen“, macht er klar. Sollte sich kein Nachfolger finden, ist Ende April 2017 Schluss mit Kaffee, Kuchen und Toast Hawaii im Haus Hohenböken. In Kürze will Münzenberg Anzeigen in Fachblättern schalten, auch mit einem Makler ist er bereits in Kontakt. Die Mietkonditionen seien für die Citylage günstig. Der Eigentümer habe ihm zugesagt, die Miete nicht zu erhöhen. „Er ist daran interessiert, dass das Café erhalten bleibt.“

Viele Stammgäste im Café

Wolfgang Münzenberg wäre traurig, wenn das Café komplett schließen müsste. Er glaubt an den Standort, der auf 190 Quadratmeter Fläche mitten in der Innenstadt bis zu 86 Café-Gästen zugleich Platz bietet und auch über eine gut ausgestattete Edelstahlküche verfügt. Gemütlich, nostalgisch, durchaus auch ein wenig plüschig, so beschreibt er das Café, in dem stets der Heimatsender läuft und das von vielen Stammgästen besucht wird. „Es gibt viele Gruppen, die sich regelmäßig hier treffen“, berichtet Münzenberg. Besonders an den Markttagen ist „Jolas Café“ stets gut gefüllt. Deshalb ärgert es ihn, dass es immer wieder Gerüchte um eine Insolvenz des Cafés gab. „Das ist wirklich unglaublich und rufschädigend. Wir sind von einer Insolvenz so weit entfernt wie der Mars vom Mond“, sagt er. Das Ende des Cafés habe allein mit Jolas Gesundheitszustand zu tun.

Das Leben durchkreuzt die Pläne

Jola Münzenberg, geboren in Polen, lebt seit rund 35 Jahren in Deutschland. Sie ist in Delmenhorst alles andere als unbekannt. Von 1990 bis 1994 war sie Wirtin im „Spieker“, ab 2000 betrieb sie dann für einige Jahre das „Mikado“ an der Cramerstraße. Danach ging sie auf Wanderschaft, arbeitete auf den Nordseeinseln Wangerooge und Juist in der Gastronomie, jeweils sieben Monate im Jahr. Dann gab es die Chance, nach Delmenhorst zurückzukehren, Wolfgang Münzenberg schlug für seine Ex-Frau zu. Mit viel Elan ist sie die Aufgabe in ihrem Café im Haus Hohenböken angegangen. „Ich habe mir mindestens zwölf Jahre vorgenommen, dann kann ich beruhigt in Rente gehen“, sagte sie mit einem Augenzwinkern, als sie das Café eröffnete. Das Leben aber durchkreuzte die Pläne.


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