„Die Stadt ist viel belebter“ Pokémon-Go-Hype reißt in Delmenhorst nicht ab

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Delmenhorst. „Man merkt, dass die Stadt viel belebter ist“, findet eine Pokémon-Go-Spielerin. Die Fans des viel umjubelten Smartphone-Spiels Pokémon Go prägen derzeit auch das Stadtbild von Delmenhorst. Zwei Plätze locken dabei besonders viele Spieler an.

Das Fieber um das Spiel nimmt nicht ab: Jeden Tag laufen Pokémon-Go-Spieler alleine, zu zweit, oder in kleinen Gruppen mit starrem Blick auf das Smartphone durch Delmenhorst. Dutzende tummeln sich an den beliebtesten Orten des Spiels in der Stadt, dort wo es die meisten virtuellen Monster zu fangen gibt.

Besonders viele von Spieler versammeln sich an der Stadtkirche . Immer wieder kommen und gehen kleine Gruppen, laufen über die Wiese vor der Kirche oder verweilen auf Treppen, Mauern oder rund um die Säule vor der Kirche. Der dauerhafte Blick auf das Smartphone identifiziert sie zweifellos als Pokémon-Go-Spieler. Während sie sich unterhalten, fallen Begriffe wie „Lockmodule“ oder „Poké-Stops“.

Monster auf der Karte finden

Pokemón-Go ist eine virtuelle Schnitzeljagd : Der Spieler läuft auf seinem Smartphone durch eine Fantasiewelt, die sich aber an dem Straßennetz der realen Welt orientiert. Via GPS begibt sich der Spieler dadurch quasi durch die echten Städte. In der Welt auf dem Smartphone erscheinen dann regelmäßig die virtuellen Monster, die der Spieler einfangen muss. Spezielle Punkte sind die Arenen, an denen die Spieler mit ihren Pokémons gegeneinander kämpfen und die Poké-Stops. Dort erhalten die Spiele wichtige Gegenstände.

Poké-Stops machen Stadtkirche zum reizvollen Treffpunkt

„Hier sind drei Poke-Stops. Wo wir jetzt stehen, können wir alle drei gleichzeitig bedienen.“ Timo Kastens ist gerade mit seinem Kumpel Sascha Bischoff trotz Regens an diesem Donnerstagabend an der Stadtkirche angekommen und erklärt, warum sich gerade dort so viele Spieler treffen. Mit den sogenannten Lockmodulen können die Spieler noch mehr Pokémon zu den Poké-Stops locken. Wenn das Wetter gut ist, würden sich bis zu 70 Spieler gleichzeitig an der Kirche aufhalten.

Eigentlich müssen sich die Monsterjäger viel zu Fuß bewegen, um an unterschiedlichen Orten auf die Pokémon zu stoßen. Die App zeigt Timo an, dass er mit dem Spiel schon 46 Kilometer weit gelaufen ist. „Das ist noch wenig“, meint er. Sascha hat bald die 100-Kilometer-Marke geknackt, dafür bekomme er im Spiel eine Medaille.

Zu Fuß zwischen Stadtkirche und Graft

Viele fußläufige Spieler sind in der Innenstadt zwischen Stadtkirche und Graft unterwegs – dem zweiten beliebten Pokémon-Go-Treffpunkt. Auch dort gibt es mehrere Poké-Stops auf einmal. Ein Grund weshalb auch eine sechsköpfige Gruppe junger Menschen aus Ganderkesee hier mit Campingstühlen ihr Lager aufgeschlagen hat. In Delmenhorst gebe es die besseren Monster zu fangen, außerdem sei der Empfang hier besser. „Wir sind jeden Tag hier“, erzählen sie.

Wie viele Stunden sie am Tag mit dem Spiel verbringen ? Sie schauen sich nur an und lachen. „Pokémon Go ist genau das, auf das man gewartet hat“, meint einer von ihnen. Man käme mit Leuten ins Gespräch, mit denen man sonst nichts zu tun hat.

Austausch bei Facebook

„Pokémon verbindet“, meint auch Tamara Mischke. Sie hat vor etwa zwei Wochen bei Facebook die Gruppe „Pokemon GO - Delmenhorst“ ins Leben gerufen. Die Gruppe hat mittlerweile über 700 Mitglieder, die sich dort über ihre Erlebnisse auf der Monsterjagd austauschen, Fotos von gefangenen Pokémon hochladen oder über neue Entwicklungen in dem Spiel diskutieren „Ich finde, man merkt, dass die Stadt viel belebter ist“, sagt Mischke. Andere Nutzer würde ihr da zustimmen. Wiederum andere Menschen beschweren sich in der Facebook-Gruppe über Pokémonjäger, zum Beispiel wegen des Betretens fremder Grundstücke. Auch das Zurücklassen von Müll ist dort ein Thema.

Während das Spiel in anderen Städten bereits Polizeieinsätze ausgelöste, vermeldeten die Beamten in Delmenhorst bislang keine außergewöhnlichen Pokémon-Go-Vorfälle. „Wir verfolgen das natürlich auch, komischerweise haben wir hier bisher keine Probleme gehabt“, berichtete Polizeisprecherin Melissa Oltmanns. Nur zwei Mal habe die Polizei ausrücken müssen, weil Spieler auf dem Platz der Stadtkirche zu späterer Stunde zu laut gewesen seien.


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