Vorsicht in der Urlaubszeit Delmenhorster Polizei gibt Tipps zum Einbruchsschutz

Von Marco Julius

Symbolfoto: DPASymbolfoto: DPA

Delmenhorst. Einbrecher kennen keinen Urlaub. Aber sie nutzen die Chance, wenn in den Ferien Wohnungen und Häuser leer stehen. Was man dagegen tun kann, verrät die Polizei.

„Wohnungseinbrüche waren, sind und bleiben Schwerpunkt der Kriminalitätsbekämpfung in Delmenhorst“, betont Albert Seegers, Sprecher der hiesigen Polizeiinspektion. Die Entwicklung bei den Wohnungseinbrüchen könne die Polizei nicht zufriedenstellen. „Die Wohnungseinbrüche innerhalb der Polizeiinspektion Delmenhorst steigen an. Gab es im Jahr 2014 noch 152 gemeldete Wohnungseinbrüche im Stadtgebiet, so stieg diese Zahl im Jahr 2015 auf 250 Taten. Allerdings ist dabei auch die Zahl der aufgeklärten Taten von 38 auf 75 gestiegen“, berichtet Seegers.

Sicherheitsgefühl geht verloren

Gerade jetzt, in der Urlaubszeit, wenn viele Delmenhorster verreisen, sei besondere Vorsicht geboten. „Wenn Häuser und Wohnungen längere Zeit leer stehen, wittern Einbrecher ihre Chance“, sagt Seegers. Besonders schlimm: „Viele Opfer von Wohnungseinbrüchen sind nachhaltig in ihrem Sicherheitsgefühl beeinträchtigt. Bei einigen geht es sogar so weit, dass sie umziehen müssen, weil sie sich in ihrem Zuhause einfach nicht mehr wohl fühlen.“ Auch deshalb setzt die Polizei mit Kampagnen auf Prävention und Aufklärung. Seegers macht klar: „Eine gute Nachbarschaft ist oftmals der beste Einbruchschutz.“ Oft werde über „neugierige Nachbarn“ geschimpft. Allerdings seien wachsame Nachbarn der beste Schutz vor Einbrüchen. „Anwohner wissen, welche Fahrzeuge oder Personen in die jeweilige Straße gehören. Bei Auffälligkeiten sollte der Notruf der Polizei gewählt werden. Dabei ist es enorm hilfreich, wenn neben einer Personenbeschreibung auch Angaben zum mitgeführten Fahrzeug gemacht werden können“, sagt Seegers.

Anwesenheit vortäuschen

Helfen könne auch das Vortäuschen von Anwesenheit in der Ferienzeit. „Dabei sollten Briefkästen nicht überquellen und auch der Zustand der Außenanlagen sollte nicht auf Abwesenheit schließen lassen. Die Bewohner sollten Familie, Freunde oder Nachbarn bitten, sich um diese Angelegenheiten zu kümmern. Dauerhaft zugezogene Vorhänge oder heruntergelassene Rollläden weisen auch auf ein temporär unbewohntes Haus hin. Zeitschaltuhren können dabei Anwesenheit vorspielen“, betont auch Seegers Kollegin Melissa Oltmanns.

„Generell gilt: Es sollte den Einbrechern so schwer wie möglich gemacht werden. Die Täter wollen schnell einbrechen und wenig Aufsehen erregen. Je länger der Ein- oder Aufbruch dauert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit der Abkehr vom Vorhaben. Deshalb ist die Investition in zertifizierte Schlösser und Alarmanlagen durchaus ratsam“, rät Seegers.

Hilfe auch übers Internet

Ein weiterer Tipp der Polizei: „Das Hinweisen auf urlaubsbedingte Abwesenheit in sozialen Medien oder auf einem Anrufbeantworter sollte unterbleiben. Und Adressfelder an Gepäckstücken sollten verdeckt sein. Professionelle Täter spähen mögliche Einbruchsziele bereits am Flughafen aus“, weiß Seegers.

Die Polizei steht Bürgern unter www.polizei-beratung.de und www.k-einbruch.de mit Rat und Tat zur Seite. Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle der Inspektion bietet kostenlose Beratungen an.


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