Delmenhorster Todespfleger WDR sperrt Interview mit Krankenhaus-Mörder Niels H.

Der WDR hat nach Recherchen des „Spiegel“ dem Delmenhorster Todespfleger ein Honorar von 5000 Euro für ein Interview bezahlt. Der Sender bestreitet dies – und sperrte die weitere Ausstrahlung des Beitrags. Archivfoto: Ingo Wagner/dpaDer WDR hat nach Recherchen des „Spiegel“ dem Delmenhorster Todespfleger ein Honorar von 5000 Euro für ein Interview bezahlt. Der Sender bestreitet dies – und sperrte die weitere Ausstrahlung des Beitrags. Archivfoto: Ingo Wagner/dpa

dpa/fred Delmenhorst/ Köln. Ein Interview mit dem Delmenhorster Krankenhaus-Mörder Niels H. ist vom WDR für die weitere Ausstrahlung gesperrt worden. Angeblich hatte die Produktionsfirma 5000 Euro Honorar gezahlt. Dies berichtet das Magazin „Der Spiegel“.

Der WDR hat ein Interview mit dem verurteilten Krankenhaus-Mörder Niels H. für die weitere Ausstrahlung gesperrt. Für das Gespräch mit dem Ex-Pfleger soll nach Recherchen des Magazins „Der Spiegel“ ein Honorar von 5000 Euro gezahlt worden sein. Der WDR gibt an, wenn Geld geflossen sei, dann ohne Wissen des Senders. „Wenn wir etwas über mögliche Zahlungen gewusst hätten, hätten wir das Material nie ausgestrahlt“, sagte eine WDR-Sprecherin am Samstag. Man zahle grundsätzlich nicht für Interviews. Nach Hinweis der „Spiegel“-Redaktion habe man sich entschlossen, den Beitrag zu sperren.

Produktionsfirma bestreitet Geldzahlung

Die Produktionsfirma bestreitet dagegen laut „Spiegel“, Geld an den Interviewpartner gezahlt zu haben. Das Interview war im Rahmen der Reportage-Reihe „Die Story“ am 13. Januar dieses Jahres gezeigt worden. Von der Produktionsfirma gab es auf dpa-Anfrage zunächst keine Stellungnahme.

Der bereits wegen mehrfachen Mordes vom Landgericht Oldenburg verurteilte Ex-Pfleger Niels H. soll Patienten gefährliche Medikamente gespritzt haben, um sie dann als Held zu reanimieren. Es wird vermutet, dass er mehr Menschen auf den Gewissen hat, als bisher bekannt ist. (Weiterlesen: Ministerpräsident Weil besucht Soko Kardio)

Erst Ende Juni hatten die Ermittler der Soko Kardio in Oldenburg der Öffentlichkeit mitgeteilt , dass Niels H. mit ziemlicher Sicherheit am Klinikum Oldenburg gemordet haben soll. Gemeinsam mit den sechs Fällen, für die H. bereits verurteilt wurde, ergeben sich nun mindestens 33 Mordfälle am ehemaligen Klinikum Delmenhorst. Die Beamten teilten auch mit, dass nun wegen „Totschlag durch Unterlassung“ gegen fünf Verantwortliche am früheren Klinikum Delmenhorst ermittelt werde.

(Weiterlesen: Themenportal zum Pfleger-Prozess und den Ermittlungen in Sachen Niels H.)


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