Zehn erfolgreiche Absolventen Delmenhorster IWK bildet ausländische Pfleger aus

Von Yannick Richter

Die Serbin Antonija Mitic (rechts) bekam nach erfolgreicher Prüfung ihr Zeugnis von Kursleiterin Katja Kalkowski überreicht. Foto: Yannick RichterDie Serbin Antonija Mitic (rechts) bekam nach erfolgreicher Prüfung ihr Zeugnis von Kursleiterin Katja Kalkowski überreicht. Foto: Yannick Richter

Delmenhorst. Das IWK auf der Nordwolle hat zehn Pflegekräfte aus dem Ausland für den deutschen Markt weiterqualifiziert. Es war in Delmenhorst bereits der zweite Lehrgang dieser Art.

„Man kann alles schaffen, wenn man es denn will“, sagt Antonija Mitic. Die aus Niš stammende Serbin ist eine von zehn ausländischen Pflegehilfskräften, die im Institut für Weiterbildung in der Kranken- und Altenpflege (IWK) Delmenhorst ihr Zertifikat über die erfolgreiche Kurs-Teilnahme in Empfang nahmen. Damit hat Mitic genauso wie ihre Mitstreiter aussichtsreiche Chancen, einen festen Arbeitsplatz als Pflegekraft zu erhalten.

Gelungene Premiere erfolgreich wiederholt

Acht Frauen und zwei Männer, davon sieben aus Serbien und drei aus Bosnien und Herzegowina, wurden in den vergangenen Monaten in Kooperation vom IWK mit dem niedersächsischen Netzwerk „Integration durch Qualifizierung“, der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV) erfolgreich für den deutschen Arbeitsmarkt weiterqualifiziert. Nach der erfolgreichen Premiere aus dem Dezember des Vorjahres , als das IWK bereits zwölf Absolventen ausbildete, war es nun der zweite Lehrgang dieser Art.

Gegen den Fachkräftemangel

Mit dem von der EU geförderten Projekt soll dem Fachkräftemangel im Pflegesektor entgegengewirkt werden. Dafür werden Pflegekräfte aus Ländern rekrutiert, in denen es – im Gegensatz zu Deutschland – ein Überangebot an Pflegepersonal gibt. Neben den europäischen Ländern Serbien und Bosnien-Herzegowina handelt es sich dabei auch um Tunesien und die Philippinen. Gute Grundkenntnisse der deutschen Sprache sind neben der einschlägigen Qualifikation im Heimatland eine Grundvoraussetzung, um an dem Projekt teilnehmen zu können.

(Weiterlesen: IWK Delmenhorst schult ausländische Pflegekräfte)

Zwischen Neuanfang und Heimweh

Für Antonija Mitic bedeutet das Projekt vor allem ein Neuanfang. „Ich habe in Serbien schon über zehn Jahre im Pflegebereich gearbeitet. Als die Einrichtung in meinem Heimatland geschlossen wurde, war für mich klar, dass ich das Land verlassen muss, denn dort gibt es in diesem Bereich zu wenig Arbeitsplätze“, verrät Mitic. Seit Ende Juni des vergangenen Jahres lebt und arbeitet sie in Hannover. Mittlerweile habe sie sich gut eingelebt und viele Freundschaften geschlossen, betont Mitic. Der Kontakt nach Hause sei jedoch vor allem dank der sozialen Netzwerke nie abgebrochen worden: „Ich spreche jeden Tag mit meiner Mutter und halte meine Familie auf dem Laufenden.“ Den Schritt nach Deutschland habe sie dennoch nie bereut. „Mein Ziel ist es, eine unbefristete Arbeitsstelle zu bekommen. Deshalb möchte ich zeitnah auch eine Weiterbildung zur Pflegedienstleitung machen“, erzählt die 36-Jährige weiter.

Keine Zeit zum Träumen

Trotz ihrer langen Berufserfahrung und dem Pflegeexamen in Serbien entdeckt Mitic in Deutschland völlig neue Seiten an ihrem Beruf. „Die vielen Gesetze zur Betreuung und Pflege sind neu für mich. Das gibt es in Serbien in der Form nicht. Und an die vielen Dokumentationen muss ich mich auch noch gewöhnen“, gesteht Mitic. Obwohl hinter der Pflegekraft „einige anstrengende und unglaublich zeitintensive Monate“ lägen, sehe sie trotz der Veränderungen im Leben und Beruf keinen Grund zum Klagen. Im Gegenteil, denn sie weiß: „So bleibt mir eigentlich keine Zeit zum Träumen. Und vielleicht ist genau das meine Chance, meine Zukunftspläne in Deutschland zu verwirklichen.“