Spielhallenkonzessionen ausgelost Gauselmann Gruppe kündigt Klage gegen Stadt Delmenhorst an

In Delmenhorst wurden Spielhallenkonzessionen am Donnerstag per Losverfahren vergeben. Dagegen will die Gauselmann Gruppe nun Klagen. Foto: Ole Spata/dpaIn Delmenhorst wurden Spielhallenkonzessionen am Donnerstag per Losverfahren vergeben. Dagegen will die Gauselmann Gruppe nun Klagen. Foto: Ole Spata/dpa

Delmenhorst. Die Gauselmann Gruppe aus Espelkamp kündigt eine Klage gegen die Stadt Delmenhorst an. Hintergrund ist das Losverfahren am Donnerstag, in dem die Spielhallenkonzessionen im Stadtgebiet neu vergeben worden sind.

Die Gauselmann Gruppe aus Espelkamp kündigt eine Klage gegen die Stadt Delmenhorst an. Hintergrund ist das Losverfahren am Donnerstag, in dem die Spielhallenkonzessionen im Stadtgebiet neu vergeben worden sind. Dies war aufgrund einer Änderung im Glücksspielstaatsvertrag in Niedersachsen nötig geworden. Sieben Spielhallen werden darum in Delmenhorst schließen müssen .

Delmenhorst und Hannover erste niedersächsische Städte mit Losverfahren zu Spielhallenkonzessionen

„Das Losverfahren haben wir schon im Vorfeld für ominös gehalten. Die Stadt verfolgt unserer Ansicht nach die Auffassung: ,Wissen wir nicht weiter, losen wir es aus‘“, sagte Unternehmenssprecher Mario Hoffmeister im Gespräch mit dem dk. Weil Delmenhorst zusammen mit Hannover als erste niedersächsische Stadt in einem Losverfahren über die Neuverteilung der Konzessionen entscheiden lasse, sei firmenintern vom „Gottesurteil von Delmenhorst“ die Rede.

„Verlosung ist rechtmäßig“

Aus Protest über das Verfahren seien Vertreter der Gruppe der Verlosung ferngeblieben, über das Ergebnis konnte Hoffmeister keine Auskunft geben. Die Stadt wolle das Ergebnis der Konzessionsvergabe schriftlich mitteilen. Die Presse war einen Tag zuvor wegen rechtlicher Bedenken ausgeladen worden. Klar ist für Hoffmeister: „Verlieren wir die Konzession, werden wir klagen.“ Stadtsprecher Timo Frers sagte, die Stadt betrete mit dem Losverfahren zwar Neuland, sei aber von der juristischen Rechtmäßigkeit des Verfahrens überzeugt, „sonst würde sie es nicht durchführen“.

Schließungen helfen Süchtigen nicht

Die Gauselmann Gruppe betreibt mit acht Mitarbeitern die Spielhalle „Casino Merkur-Spilothek“, die 1974 als bundesweit erste Spielhalle eröffnet worden war, so Hoffmeister. „Die Mitarbeiter sind entsetzt, dass das Los über ihre berufliche Zukunft entscheiden soll.“ Man werde mit Spielhallen-Schließungen nichts für den Spielerschutz erreichen können, so der Sprecher. Süchtige würden sich nur andere Orte suchen, ihre Sucht befriedigen können. Hoffmeister nannte das Online-Glücksspiel als Beispiel. „Dort gibt es eben keine soziale Kontrolle für Spieler.“

Sozialkonzepte sollen schützen

Gesetzlich sind Spielhallenbetreiber verpflichtet, Sozialkonzepte zugunsten des Spielerschutzes zu schreiben. Im Falle der Gauselmann Gruppe suchten Mitarbeiter bei problematischem Spielverhalten das Gespräch mit Spielern und wiesen auf entsprechende Beratungsstellen hin, so der Präventivbeauftragte der Gruppe, Devid Schnabel. Auch spreche sich das Unternehmen für den Ausschluss von Spielern durch einen biometrischen Gesichtsscan an den Eingängen aus, wenn diese ein problematisches Spielverhalten an sich selbst feststellten. Die Technik sei erprobt, gesetzliche Maßgaben im Glücksspielstaatsvertrag gäben diesbezüglich aber keine klaren Vorgaben. Schnabel: „Jedes Bundesland handelt hier unterschiedlich.“

Unternehmen bestreitet Darstellung der Drogenberatung

Ferner bezeichnete Hoffmeister die Zahlen der Anonymen Drogenberatung Delmenhorst (drob) als „märchenhaft“. Eine Vertreterin hatte von 1000 Spielsüchtigen im Stadtgebiet gesprochen, 80 Prozent der Einnahmen der Betreiber würden von Süchtigen eingespielt. Diese Zahlen seien durch nichts hinterlegt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN