Erinnerung an zerstörtes Gebetshaus Neues Modell der Delmenhorster Synagoge präsentiert

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Das Modell der ehemaligen Delmenhorster Synagoge bekommt Platz im Nordwestdeutsches Museum für IndustrieKultur. Bei der Präsentation dabei (von links): Carsten Jöhnk, Gerda Hartmann, Dieter Evers, Dr. Norbert Boese und Pedro Becerra. Foto: Andreas NistlerDas Modell der ehemaligen Delmenhorster Synagoge bekommt Platz im Nordwestdeutsches Museum für IndustrieKultur. Bei der Präsentation dabei (von links): Carsten Jöhnk, Gerda Hartmann, Dieter Evers, Dr. Norbert Boese und Pedro Becerra. Foto: Andreas Nistler

Delmenhorst. Ein Modell der beim Novemberpogrom im Jahr 1938 zerstörten Delmenhorster Synagoge erhält einen Platz im Stadtmuseum. Darüber freut sich nicht nur die Jüdische Gemeinde.

Zusammen mit der Jüdischen Gemeinde in Delmenhorst sowie dem Freundes- und Förderkreis der Jüdischen Gemeinde hat das Delmenhorster Stadtmuseum am Freitagmorgen ein Modell der ehemaligen Synagoge in der Cramerstraße offiziell vorgestellt. Die Nachbildung des damaligen jüdischen Gebetshauses ist im Maßstab 1:50 im Themenbereich Nationalsozialismus des Stadtmuseums untergebracht.

Freude über das Modell

Bereits vor vier Jahren hat der Förderkreis der Jüdischen Gemeinde mit der Entwicklung der Nachbildung der Synagoge begonnen. Auf der Grundlage von Fotos und originalen Bauzeichnungen aus dem Stadtarchiv rekonstruierte der Architekt Dieter Evers das Gebäude, das während der Novemberpogrome 1938 zerstört wurde. „Wir sind froh über das Synagogen-Modell. Es hat einen wichtigen Platz im Stadtmuseum“, meinte Dr. Norbert Boese, Vorsitzender des Förderkreises.

Mithilfe des Fördervereins der Jüdischen Gemeinde wurde das Modell-Projekt finanziert. Auch Pedro Becerra, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Delmenhorst, ist von dem Synagogen-Nachbau begeistert und hofft auf weitere Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum.

Ausstellungsbereich soll neu gestaltet werden

Denn mit der Installation des Synagogen-Modells leitet das Stadtmuseum Delmenhorst den ersten Schritt für weitere Veränderungen im Ausstellungsbereich ein. Insbesondere den Bereich über den Nationalsozialismus in Delmenhorst möchte Museumpädagogin Gerda Hartmann weiterentwickeln. Denn mit der pädagogischen Vermittlung der Ausstellungsinhalte war die Museumpädagogin zuletzt unzufrieden. „Es wurden NS-Uniformen und Abzeichen dekorativ eingebracht, blieben aber unkommentiert. So etwas muss didaktisch erklärt werden“, sagte Hartmann. In den kommenden Monaten soll der NS-Ausstellungsbereich inhaltlich neugestaltet werden.

75 jüdische Delmenhorster in Konzentrationslager ermordet

Dabei soll verstärkt auf die Lebensgeschichten der 75 Delmenhorster Juden eingegangen werden, die unter dem Nazi-Regime in den Konzentrationslagern ermordet wurden.


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