80-Millionen-Euro-Investition Pläne für Delmenhorster Klinik-Neubau vorgestellt

Der Neubau des Josef Hospitals (rot eingefärbt) ersetzt große Teile des bisherigen Krankenhauses und erstreckt sich über die Flächen des Parkplatzes am Knick und der ehemaligen Wäschefabrik in Richtung Lange Straße. Grafik: GSP ArchitektenDer Neubau des Josef Hospitals (rot eingefärbt) ersetzt große Teile des bisherigen Krankenhauses und erstreckt sich über die Flächen des Parkplatzes am Knick und der ehemaligen Wäschefabrik in Richtung Lange Straße. Grafik: GSP Architekten

Delmenhorst. Im Planungsausschuss hat das Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) die Planungen für den 80-Millionen-Euro-Neubau in der Delmenhorster Innenstadt vorgestellt. Große Teile des ehemaligen St. Josef-Stifts werden abgerissen.

Die Zukunft des JHD an nur einem Standort nimmt konkretere Formen an. Am Dienstag stellten Geschäftsführer Thomas Breidenbach und Vertreter des beauftragten Architekturbüros Gerlach, Schneider und Partner (GSP) den aktuellen Planungsstand des Neubaus an der Westerstraße vor.

Umzug während der Bauphase spart Millionen

Zum 1. Juli sollen die Stationen aus dem JHD Mitte ins JHD Deichhorst ziehen , erklärte Beidenbach im Planungsausschuss. „Ein Neubau im laufenden Betrieb ist äußerst schwierig“, erläuterte Breidenbach. Denn vom alten St. Josef Stift bleiben lediglich der 2013 eingeweihte OP-Trakt sowie das Bettenhaus an der Westerstraße aus den 1990er-Jahren bestehen. „Die historischen Flügel eignen sich nicht, um einen modernen Krankenhausbetrieb aufrecht zu erhalten“, urteilte Jürgen Schneider von GSP.

Die Bauzeit verkürzt sich durch den Umzug an die Wildeshauser Straße laut Breidenbach um mindestens ein Jahr. Ebenso sei mit Einsparungen in Millionenhöhe zu rechnen. Komplett geräumt wird der Standort an der Westerstraße aber nicht: Unter anderem die vorstationäre Untersuchung sowie die Verwaltung behalten weiter ihren Platz.

360 Betten im vierstöckigen Neubau

Bis 2020 soll das neue Krankenhaus fertig sein . „Das Bauvolumen beträgt 80 Millionen Euro“, erklärte Breidenbach. Größtenteils werden diese durch den Krankenhausinvestitionsplan des Landes Niedersachsen gedeckt. Der Neubau soll 360 Patientenbetten bieten. Vor Beginn des im vergangenen Jahr gestarteten Zusammenführungsprozesses waren es 163 am Standort Mitte und 247 in Deichhorst. Die ebenfalls 2013 neu eingerichtete Notaufnahme im Erdgeschoss soll dem neuen Bedarf angepasst und vergrößert werden. Im ersten Obergeschoss sollen Kinder- und Frauenklinik ihren Platz finden, erklärte Schneider. Im zweiten Obergeschoss wird der OP-Bereich von jetzt drei auf künftig acht Säle vergrößert werden. Im dritten und vierten Stockwerk werden die verschiedenen übrigen Stationen verteilt. Der Haupteingang bleibe an der Westerstraße.

Kein Hubschrauberlandeplatz geplant

Derzeit wird der Neubau ohne Hubschrauberlandeplatz geplant, wie Breidenbach auf Nachfrage von Paul Wilhelm Glöckner (Bürgerforum) erklärte: „Der Bedarf ist nicht gegeben.“ Am JHD Deichhorst könne man die Zahl der Landungen im Jahr „an zwei Händen abzählen“. Meistens handele es sich dabei um Krankentransporte, nicht um Patienten die eingeliefert werden. „Es gibt klare Anflugpunkte. Delmenhorst gehört nicht dazu“, erklärte Breidenbach. Patienten mit schweren Verletzungen würden ins Klinikum Links der Weser gebracht, wo der Hubschrauber auch stationiert ist. Dennoch gäbe es die Möglichkeit, einen Landeplatz auch nachträglich auf das Dach des Neubaus zu setzen.

Bau in der Innenstadt ist planerische Herausforderung

Die Planung im innerstädtischen Umfeld ist laut Schneider eine Herausforderung. Aber der Neubau biete auch Belebungspotenzial für die Innenstadt. So ist beispielsweise ein Durchgang zur Langen Straße geplant. Dieser führt zum Außenbereich des Krankenhauses, der sich auf dem nicht überbauten Teil des Grundstücks der abgerissenen Wäschefabrik befindet.

Erste politische Entscheidungen im Mai

Größere Fragen bestehen auch seitens der Politik noch bei der Verkehrsführung. Derzeit ist es geplant, eine Tiefgarage zu bauen. Deren Zufahrt soll an der Westerstraße liegen, die Ausfahrt an der Bahnhofstraße. Fachbereichsleiter Fritz Brünjes erklärte, dass die Belastung der umliegenden Straßen durch den zusätzlichen Verkehr noch untersucht werden muss. Dies gelte auch für die benötigten Zahl der Parkplätze. Hier könne das städtische Parkhaus eine Rolle spielen. Brünjes rechnet damit, dass die Politik Mitte Mai einen Aufstellungsbeschluss fassen kann. Daraufhin werde die Bauleitplanung eingeleitet. Welche Kosten für die Stadt bei dem Neubauprojekt anfallen, ist noch nicht bekannt. Brünjes: „Dies wurde noch nicht richtig thematisiert. Wir können nur das übernehmen, was der Allgemeinheit zugute kommt.“

Alles zu den Delmenhorster Krankenhäusern im Themenportal „Klinikfusion Delmenhorst“ .


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN