Schülertheater in Delmenhorst Maxe-Theater probt Wedekinds „Frühlings Erwachen“

Von Jan Eric Fiedler


Delmenhorst. Die Musik-Theater-AG des Max-Planck-Gymnasiums zeigt Ende Mai Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“ im Kleinen Haus in Delmenhorst. Der Vorverkauf startet am 14. April 2016.

Keinen leichten Stoff hat sich die Musik-Theater-AG in diesem Schuljahr vorgenommen: Mit Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“ von 1891 geht es um die Gefühle und Sorgen von Jugendlichen in der Zeit des Kaiserreichs. Premiere feiern die Schüler am Freitag, 27. Mai 2016, im Kleinen Haus. Der Vorverkauf für die vier Aufführungen beginnt heute.

Jugendliche sprechen sich gegen eine Modernisierung aus

Den Jugendlichen gefällt der Stoff durchaus, wie sie bei der Probe am Mittwoch berichteten: „Für seine Zeit war das Stück schon provokant. Es wirft interessante gesellschaftliche Probleme auf, die man auch auf heute übertragen kann“, sagt Darsteller Henrik Hellmann. „Es ist kein toter Klassiker“, fügt die 15-jährige Fabienne Bamberger an. Deshalb war die Frage, ob das Stück in die heutige Sprache übersetzt werden soll, schnell geklärt: „Die Schüler haben sich dagegen ausgesprochen“, sagt Lehrer Anders Becker, der die AG mit seiner Kollegin Kristina Köhne leitet. „Es ist ein Stück, das die Probleme der Jugendlichen in der damaligen Zeit darstellen will und damit Gesellschaftskritik üben will“, erklärt Becker. „Die Jugendlichen müssen sich mit Schulstoff rumplagen, der sie nicht interessiert. Eigentlich interessieren sie sich für das andere Geschlecht.“ Doch vom Zwischenmenschlichen hätten sie keine Ahnung. „Sie verstricken sich in Probleme, bekommen Krisen“, sagt Becker.

Musik von Jan Delay und AnnenMayKantereit

Aufgearbeitet wird dies nicht nur sprachlich, sondern auch musikalisch. Und dabei wird dann doch die Brücke zur modernen Zeit geschlagen: „Die Schüler haben deutschsprachige Musik ausgesucht, die zu den Szenen passen“, berichtet Becker. Dabei sei eine bunte Mischung entstanden. Jan Delay und AnnenMayKantereit sind dabei, aber auch Ton Steine oder Alexandra. Bei Letzteren hätten dann doch die Lehrer die Vorschläge eingebracht. „Jede Generation kommt auf andere Ideen. Wichtig ist, dass sich die Schüler damit identifizieren können. Dann machen sie das Lied zu ihrem eigenen.“

Mehr als 30 Schüler an Inszenierung beteiligt

Das gilt auch für Wedekinds Stoff. „Das Tolle am Theater ist ja, dass man am Ende immer eine eigene Interpretation auf der Bühne sieht“, sagt Henrik Hellmann. Die Lust, etwas selbst zu gestalten, merkt man den Jugendlichen bei den Proben an. Auch neben den Anweisungen von Köhne und Becker wird über Kostüme, Szenen und Choreografien diskutiert. Neben den Darstellern sind auch noch die Schulband und die Tontechnik-AG an der Inszenierung beteiligt, mehr als 30 Schüler laut Becker. In anderthalb Monaten muss das Stück stehen. Das ist kein Problem, meinen die Jugendlichen: „ Es muss noch Text gelernt werden. Aber wir haben schon viele Szenen, bei denen wir sagen können, dass sie sitzen.“

Kartenverkauf startet heute

„Frühlings Erwachen“ wird am 27. und 29. Mai sowie am 1. und 3. Juni jeweils um 19 Uhr im Kleinen Haus gezeigt. Karten gibt es ab heute für zehn Euro (ermäßigt fünf Euro) in der Buchhandlung Jünemann an der Langen Straße.


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