EInsatz gegen Noma Hilfe aus Delmenhorst für Kinder in Westafrika

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Guinea-Bissau/Delmenhorst . Um Kindern zu helfen, die an der heimtückischen Noma-Krankheit leiden, sind Dr. Ales Stanek und Kurt Voigt nach Westafrika gereist. Bei 14 Operationen waren sie dabei.

Für Kurt Voigt, den alle nur Kuddel nennen, beginnt diese Geschichte vor rund 44 Jahren. Da hat der gelernte Kaufmann entschieden, noch einmal etwas Neues anzufangen. Einen sozialen Beruf wollte er – und ist Krankenpfleger geworden. 44 Jahre später ist der 62-Jährige gemeinsam mit Dr. Ales Stanek, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Palliativmedizin und Schmerztherapie am JHD Deichhorst, in Bissau, der Hauptstadt von Guinea-Bissau, einem der ärmsten Staaten der Welt, gelegen in Westafrika, an der Grenze zum Senegal. Sie gehören zu einem Team, dass die Krankheit Noma bekämpft. An Noma – auch „Gesicht der Armut“ genannt – erkranken vor allem Kinder. Ausgelöst wird die bakterielle Erkrankung durch Unterernährung und mangelnde Hygiene. Mundschleimhaut, Weich- und Knochenteile des Gesichtes werden dann buchstäblich zerfressen, die Gesichter sind entstellt. „Die Krankheit trifft die Ärmsten der Armen“, sagt Stanek.

Den Kindern ihr Lächeln zurückgeben

Sechs reine OP-Tage verbringen Stanek und Voigt mit dem Team der Hilfsaktion Noma in Bissau. Sie sind für die Betäubung der Kinder zuständig und für die Intubation, also die Beatmung während der OP. 14 Kinder werden von dem Team operiert, zwei bis drei am Tag, manche OP dauert bis zu vier Stunden. Harald Kubiena ist der Operateur, Uli Nothegger aus Kärnten gehört noch zum Team. „Eine wunderbare Mannschaft“, sagt Voigt. „Das Team lebt von guten Charakteren. Jeden kann man da nicht hinschicken“, ergänzt Stanek. Die Patienten, zwischen vier und 22 Jahre alt, erhalten – verkürzt gesagt – ein Gesicht zurück. Und ihr Lächeln. Oft ist eine zweite, eine dritte OP notwendig.

Stets freundliche Aufnahme in Afrika

Stanek und Voigt treffen dann manchmal auf bekannte Kinder. Für Stanek ist es bereits die vierte Reise nach Afrika, Voigt ist zum zweiten Mal dabei. Im Urlaub, versteht sich, freiwillig und ehrenamtlich. Das deutsch-österreichische Team nimmt den Kampf gegen Noma aber nicht im luftleeren Raum auf. „Wir bringen den Mitarbeitern des Nationalkrankenhauses auch bei, wie sie selbst vorgehen können, da ist eine große Bereitschaft zu spüren, die Menschen wollen lernen“; sagt Stanek. Überhaupt werde man stets freundlich aufgenommen. In Bissau sind die beiden zum ersten Mal, aber schon in Niamey im Staat Niger haben sie gute Erfahrungen gesammelt.

Luftfeuchtigkeit ein Problem

In Bissau kämpfen sie jetzt vor allem mit der Luftfeuchtigkeit. „Die medizinischen Geräte müssen ständig trockengelegt werden. Da gilt es, zu improvisieren. Voigt, der ein Händchen für Maschinen hat, lässt sich einiges einfallen. Probleme sind da, damit man sie löst.

Lächeln der Kinder ist der Ansporn

Acht Wochen vor der OP kommen die kleinen Patienten in das Krankenhaus, oft müssen sie erst einmal behandelt werden, weil sie zusätzlich unter Malaria leiden oder Würmer haben. Vor der OP wird jedes Kind vom Team „befundet“, Stanek schaut, auf welche Art er vorgehen muss, um im Sinne des Kindes und des Operateurs alles entsprechend vorzubereiten. Und sie versuchen den Kindern, die Angst zu nehmen. Mit Erfolg. Voigt hat Knicklichter mitgebracht und die Kinder so begeistert. Ihr Zutrauen, ihr Lächeln, ihre Dankbarkeit, das ist der Lohn, das ist der Ansporn. Für Stanek, für Voigt. „Das Motto der Noma.Hilfe – ,Operation for a smile‘– das trifft es. Dafür bin ich vor über vier Jahrzehnten angetreten“, sagt Voigt. Und dafür werden die beiden im März 2017 wieder Richtung Afrika aufbrechen. „Den Kindern helfen zu können, das gibt Dir den Kick“, sagt Stanek.


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