Projekt „ERLEBEN“ Neue App soll in Delmenhorst Leben retten

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Durch eine App könnten in Delmenhorst bald freiwillige Ersthelfer zu Notfällen mit Herzstillständen gerufen werden. Symbolfoto: dpaDurch eine App könnten in Delmenhorst bald freiwillige Ersthelfer zu Notfällen mit Herzstillständen gerufen werden. Symbolfoto: dpa

Delmenhorst. Eine neue Informations-App soll künftig in Delmenhorst dazu beitragen, dass Ersthelfer bei Herzstillständen schneller vor Ort sein können. Die Politik hat der Teilnahme an dem Projekt „ERLEBEN“ am Mittwoch zugestimmt.

Wenn ein Patient mit Herzstillstand in einem Notruf gemeldet wird, kann die Großleitstelle in Oldenburg über die App ausgebildete Helfer alarmieren, die sich in der Nähe des Einsatzortes befinden.

Viele Patienten sterben durch Sauerstoffmangel

Laut Darstellung der Verwaltung erleiden bundesweit rund 75.000 Menschen im Jahr außerhalb von Krankenhäusern einen Herzkreislaufstillstand. Ein Großteil dieser Menschen versterbe trotz erfolgreicher Wiederbelebung innerhalb von 30 Tagen, die meisten durch die beim Kreislaufstillstand erlittene Sauerstoffunterversorgung des Gehirns. Lediglich acht bis zehn Prozent der Patienten verlassen die Kliniken ohne beziehungsweise mit geringen neurologischen Ausfällen. „Der Faktor ist zu gering“, sagte Feuerwehrchef Thomas Simon im Ausschuss für Gesundheit, Verbraucherschutz und Gefahrenabwehr am Mittwoch. Die App könne helfen, diese Quote auf 30 bis 50 Prozent zu erhöhen, indem die ausgebildeten Ersthelfer vor den alarmierten Kräften des Rettungsdienstes professionelle Hilfe leisten können.

Feuerwehrchef rechnet mit großer Teilnahmebereitschaft

Angesprochen werden können über die App alle, die beruflich oder in ihrer Funktion, beispielsweise in der Feuerwehr, Polizei, THW, DLRG, Malterser und DRK, über eine medizinische Ausbildung verfügen oder mindestens eine zweistündige Schulung absolviert haben. Sie bekommen, falls sie sich in der Nähe des Notrufs befinden, eine anonymisierte Nachricht durch die App und werden gegebenenfalls um Zusage gebeten, falls sie zur Hilfe eilen. Auf Rückfrage aus der Politik gab Simon an, dass er damit rechnet, dass die Bereitschaft der Einsatzkräfte, sich bei dem Projekt anzumelden, groß sein wird.

Stadt muss maximal 18.500 Euro zahlen

Die Gesamtkosten des Projekts „ERLEBEN“, so der Name der App, betragen 130.000 Euro, aufgeteilt auf sieben Partnerkommunen. So käme laut Simon ein Kostenanteil von maximal 18.500 Euro auf die Stadt zu. „Ein überschaubarer Kostenrahmen“, so Simon. Dieser ließe sich durch Fördermaßnahmen, die bereits beantragt sind, weiter drücken. Im Idealfall würden 90 Prozent der Kosten so getragen. Abgerechnet würde es über das Budget des Rettungsdienstes.

Politik ist einstimmig für die Teilnahme

Bei der Politik kam das Projekt gut an. Einstimmig stimmten die Ausschussmitglieder für die Teilnahme Delmenhorsts. „Wenn die App nur ein Leben rettet, hat sich die Anschaffung schon gelohnt“, meinte Bettina Oestermann (SPD). Lob gab es auch von Andreas Neugebauer (Piraten): „Es ist toll, dass sie die Stadt den neuen Medien öffnet.“ Nun muss der Verwaltungsausschuss der Teilnahme der Stadt noch zustimmen.

BIWAPP informiert seit Dezember

Erst im vergangenen Dezember hatte die Stadt die Notfall-App „BIWAPP“ eingeführt. Über diese werden Bürger über Gefahrenlagen oder auch Schulausfall informiert.


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