Starkes Abschneiden der AfD Delmenhorster CDU und SPD bestürzt über Wahlergebnisse

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Reiner Haseloff (CDU) bleibt wohl Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Die AfD wird zweitstärkste Kraft. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpaReiner Haseloff (CDU) bleibt wohl Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Die AfD wird zweitstärkste Kraft. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Delmenhorst. Nach den drei Landtagswahlen kommt bei den Vorsitzenden der Delmenhorster CDU und SPD keine gute Stimmung auf. Sie reagieren bestürzt über das Abschneiden des AfD.

Delmenhorst. Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt sind zu einem politischen Erdbeben geworden. Zwar behalten voraussichtlich alle drei Amtsinhaber ihre Posten. Dennoch haben sich die Kräfteverhältnisse gerade durch den Einzug der AfD in alle drei Landtage deutlich verschoben.

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Die Vorsitzenden der Delmenhorster CDU und SPD zeigten sich bestürzt über die Ergebnisse. „Eine Katastrophe. Das ist schlimm“, sagte SPD-Chefin Gabi Baumgart. Damit meinte sie weniger das Abschneiden ihrer Partei, sondern mehr noch die starken Ergebnisse der AfD. Ein Großteil habe die Partei nur gewählt, um den anderen einen Denkzettel zu verpassen. „Das ist ein gefährliches Verhalten der Wähler“, urteilte Baumgart.

Lenssen: „Heftige Nummer“

Auch der CDU-Kreisvorsitzende Heinz-Gerd Lenssen spricht beim Abschneiden der AfD von einer „heftigen Nummer“. „Ich bin ein bisschen konsterniert darüber, dass die AfD so viele Wähler gefunden hat. Sie haben kein richtiges Programm. Sie sind immer dagegen, bieten aber nichts an“, sagte Lenssen.

Parteichefs schauen gespannt auf Koalitionsbildung

Beide warten nun gespannt, welche Koalitionen sich in den Bundesländern ergeben. „Es wird sehr schwierig, zu vernünftigen Koalitionen zu kommen“, meint Lenssen. Seinen Respekt zollte er dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann: „Was Kretschmann macht, ist bemerkenswert.“ Für Baumgart blieb der Sieg der SPD in Rheinland-Pfalz der einzige Lichtblick des Abends.

Kommentar: Die Wahl der AfD: Deutschland rückt nach rechts

Dass sich aus den Ergebnissen der Wahlen eine Tendenz für die Delmenhorster Kommunalwahl im September ablesen lässt, bezweifelt Lenssen aber. Er kann verstehen, dass gerade die unkontrollierte Ankunft der Flüchtlinge im vergangenen Herbst Ängste in der Bevölkerung geschürt hat. „Das passiert in Delmenhorst aber nicht“, sagt er. Hier vor Ort werde eine unaufgeregte Flüchtlingspolitik betrieben. „Ich glaube nicht, dass die Flüchtlingspolitik bei der Kommunalwahl ein hohes Gewicht haben wird. Ich gehe davon aus, dass die AfD hier keinen großen Einfluss bekommen wird.“

Baumgart: „Ergebnisse müssen ein Warnzeichen sein“

„Die Ergebnisse von heute müssen für uns ein großes Warnzeichen sein. Wir müssen uns auf unsere Dinge besinnen“, sagt Baumgart mit Blick auf die Wahl im September. Die Zeit bis dahin könne auch eine Chance sein: „Wir haben ein halbes Jahr, um zu zeigen, dass bei der AfD nur heiße Luft raus kommt.“


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