Partner des Opfers prangert an Delmenhorster Bluttat: Gegen Täter lag Anzeige vor

Bluttat in einem Wohnhaus an der Cramerstraße in Delmenhorst am vergangenen Montag: Der Verlobte des Opfers kritisiert die Polizei. Foto: NonstopNewsBluttat in einem Wohnhaus an der Cramerstraße in Delmenhorst am vergangenen Montag: Der Verlobte des Opfers kritisiert die Polizei. Foto: NonstopNews

Delmenhorst. Nach der Bluttat an der Cramerstraße, bei der am Montag eine 46-jährige Frau von ihrem Ex-Partner getötet wurde, meldet sich der Lebensgefährte des Opfers zu Wort: Der mutmaßliche Täter habe ihn und seine Verlobte schon länger bedrängt. Es habe sogar eine Anzeige gegeben.

Vier Tage nach dem tödlichen Familiendrama in Delmenhorst , bei dem ein 48-jähriger Mann seine 46-jährige Ex-Partnerin mit Messerstichen tödlich verletzt haben soll, gibt es zwar noch keinen neuen offiziell mitgeteilten Ermittlungsstand. Jedoch hat sich der Lebensgefährte des Opfers bei der dk-Redaktion gemeldet und Vorwürfe gegen Ermittlungsbehörden und Medien erhoben: So beklagt José M. (39) vor allem, dass die Polizei einer vor Monaten gestellten Anzeige gegen den mutmaßlichen Täter nicht nachgegangen und er als Verlobter noch nicht einmal vernommen worden sei. Zudem sei sein Beziehungsstatus zu der 46-Jährigen falsch dargestellt worden.

Staatsanwaltschaft prüft Anzeige

Auf dk-Anfrage bestätigte die Polizei, dass die Frau im vergangenen Jahr ihren Ex-Partner angezeigt hatte. Die Staatsanwaltschaft prüfe derzeit im Zuge der Ermittlungen zu den Tatumständen, was die Hintergründe dieser Anzeigen gewesen sind. Ebenfalls wurde bestätigt, dass die Ermittler von José M. bislang noch keine Aussage eingeholt hätten. Dies sollte aber noch am Freitag nachgeholt werden. Zunächst seien die im Tatortumfeld Beteiligten als Zeugen gehört worden.

Hochzeit dieses Jahr geplant

Der Lebensgefährte berichtete dem dk weiter, dass seine Verlobte sich vor sieben Jahren von ihrem damaligen Partner getrennt habe. Dieser habe immer wieder Drohungen ausgesprochen und sei auch gewalttätig geworden. Auch er selbst sei von ihm angegriffen worden. José M. bekräftigte, dass er nicht – wie in Medien dargestellt – einfach nur der Freund des Opfers sei. Man habe sich vor zwei Jahren in Portugal verlobt und habe in diesem Jahr heiraten wollen.

Obduktionsbericht steht aus

Der 48-jährige Mann, der am Montagabend mutmaßlich seine Ex-Partnerin mit Messerstichen in einer Wohnung eines Mehrparteienhauses an der Cramerstraße tödlich verletzt haben soll, sitzt derweil hinter Gittern. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft war Haftbefehl wegen Totschlags erlassen worden . Aufgrund der Schwere der Tat liegen Haftgründe gegen den Mann vor. Außerdem besteht Fluchtgefahr, erklärten die Ermittlungsbehörden. Am Tag nach der Tat war der Leichnam obduziert worden. Ergebnisse der Untersuchungen will die Staatsanwaltschaft mitteilen, wenn der ausführliche Obduktionsbericht vorliegt.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei kam es am Montag gegen 20.30 Uhr in dem Wohnhaus an der Cramerstraße während eines Familienstreits zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen der Mutter zweier Kinder im Alter von 10 und 14 Jahren und ihrem 48-jährigen Ex-Partner. In der Folge soll der mutmaßliche Täter mit einem Messer auf die Frau eingestochen und sie tödlich verletzt haben. Er wurde noch am Tatort festgenommen. Die Staatsanwaltschaft prüft, in wieweit die Kinder als Zeugen in Betracht kommen. Die Hintergründe und Motive der Tat sind nach Angaben der Polizei noch unklar.


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