zuletzt aktualisiert vor

Streit eskaliert Bluttat in Delmenhorst: Frau stirbt nach Familienstreit

Von Eyke Swarovsky und Frederik Grabbe


Delmenhorst. An der Cramerstraße in Delmenhorst ist am Montagabend ein Familienstreit eskaliert. Eine Frau starb, nachdem ein Mann mit einem Messer auf sie einstach.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei kam es gegen 20.30 Uhr während eines Familienstreits zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen einer 46-jährigen Frau und einem 48-jährigen Mann. Bei den beiden handelt es sich um ein getrennt lebendes Paar. Nach Informationen von Polizeisprecher Henrik Hackmann stach der Mann in der Folge wahrscheinlich mit einem Messer auf die Frau ein. Die 46-Jährige wurde schwer verletzt. Im Krankenhaus erlag sie kurz darauf ihren schweren Verletzungen.

Auch Täter verletzt

Der mutmaßliche Täter konnte noch vor Ort festgenommen werden. Auch er wurde verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden. Dort befand er sich laut Hackmann auch am Dienstagmorgen noch. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat Antrag auf Erlass eines Haftbefehls wegen des Verdachts des Totschlags gestellt.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln

Spezialisten der Kriminalpolizei waren am Abend noch lange mit der Sicherung von Spuren beschäftigt. Laut Polizei wurde eine Obduktion durch die Staatsanwaltschaft Oldenburg beantragt. Diese soll noch an diesem Dienstag durchgeführt werden. Die Polizei Delmenhorst und die Staatsanwaltschaft Oldenburg haben die Ermittlungen aufgenommen.

Hintergründe noch völlig unklar

Zwei Kinder, die sich während der Tat bei den beiden Beteiligten aufhielten, wurden nach Zeugenberichten von einer Frau aus dem Haus gebracht. Die Kinder im Alter von 10 und 14 Jahren wurden im Anschluss von Notfallseelsorgern betreut. Die Staatsanwaltschaft prüft, in wieweit die Kinder als Zeugen in Betracht kommen.

Die Hintergründe und Motive der Tat sind nach Angaben der Polizei noch unklar.

Anwohner und Nachbarn sind bestürzt

Einen Tag nach der Bluttat sprechen viele Anwohner aus der Nachbarschaft noch ungläubig über den Vorfall am Montagabend. „Ich hatte gestern Spätschicht und war gerade aus dem Bus ausgestiegen und auf dem Weg nach Hause, als ich gesehen habe, dass hier alles abgesperrt und die Polizei vor Ort war“, erzählte ein Nachbar. „Ich habe mich erschrocken und gedacht, dass dort wohl etwas Schlimmeres passiert sei.“ Über die Tatumstände habe er dann aus den Medien erfahren. Persönlich bekannt sei die Familie ihm nicht gewesen.

„Gedanken sind bei Kindern und Angehörigen“

„Heftig, nicht normal“, so rang der Anwohner Peter Kierst um Worte. „Ich habe gestern Abend die Biotonne rausgebracht, als ich die Einsatzfahrzeuge bemerkt habe.“ Er habe die Kinder der Familie noch in einem Polizeiauto gesehen, auch hätten Polizisten mit Taschenlampen die Hintergärten durchkämmt. „Familiendramen gibt es überall, aber hier in Delmenhorst?“, fragte Kierst ungläubig. „Meine Gedanken sind jetzt bei den Kindern und Angehörigen des Opfers.“

„Grausam und tragisch“

„Grausam, einfach tragisch“ sei die tödlich geendete Tat, sagte eine weitere Nachbarin zu dem Familiendrama. Die betroffene Familie selbst habe sie nicht gekannt und den Rettungs- und Polizeieinsatz am Montagabend habe sie gar nicht erst bemerkt.

Ungläubiges Kopfschütteln

Auch in einer nahe gelegenen Bäckerei war die Bluttat Gesprächsthema. Ungläubiges Kopfschütteln über die Tat gab es auch hier. Zwei Frauen, die in der Bäckerei frühstückten, konnten kaum fassen, was passiert war und hatten erst durch die Medien davon erfahren. Auch ihnen war die betroffene Familie unbekannt. Ein weiterer Mann hatte gar noch überhaupt nicht von der Tat gehört.