Umjubeltes Konzert in Bremen Liebe und Wahrheit mit Sarah Connor in der ÖVB-Arena Bremen

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Bremen. So also entsteht große Sangeskunst. „Mein Herz ist schon ein paar Mal gebrochen worden“, bekennt Sarah Connor vor 9000 Fans in der Bremer ÖVB-Arena. „Das ist auch gut so.“ Andernfalls, mutmaßt die 35-Jährige, könnte sie heute vielleicht gar keine so guten Songs schreiben. Dass ihr Album „Muttersprache“ ins Herz zielt, beweist nach hohen Verkaufszahlen die andauernde Tournee.

Der zweite Titel „Anorak“ ist in Bremen gerade angespielt, da stimmt der Chor der Fans lautstark ein. Mit „Halt mich“ hat Sarah Connor ihr Heimspiel eröffnet, jetzt steht das Publikum schon vollends hinter ihr. Ein erster orkanartiger Beifall weht nach dem Stück in Richtung Bühne. Die Sängerin genießt und gibt sich perplex: „Das muss ich mir mal kurz reinziehen.“

Ein Gruß für Pille, ein Selfie mit Melissa

Sarah Connor ist die angesagte Stimme in der deutschen Pop-Landschaft, präsentiert sich aber geerdet wie eh und je. Als Teil einer „Dschungelbuch“-Inszenierung sei sie früher einmal in der Bremer Stadthalle geritten, erzählt sie, grüßt ihre fröhlich hüpfende Freundin Pille auf einem der oberen Ränge und holt die blonde Melissa für ein Selfie auf die Bühne. Mag ihre Sangeskunst auch groß sein, Sarah Connor vermittelt allzeit das Gefühl, eine von denen zu sein, die ihr zu Tausenden zujubeln.

Sie werde später nicht von der Decke einschweben und auch keine Purzelbäume schlagen, dämpft Sarah Connor, in Cowboyhut und in Fransenjacke, gewisse Erwartungen. Aber bräuchte das hier irgendwer? Was sie selbst und ihre drei Background-Sängerinen zusammen mit sechs Musikern an diesem Abend abliefern, es lässt bei der dankbaren Fangemeinde keine Wünsche offen. Liebe, Schmerz und Wahrheit, wie es in der großen biografischen Hymne „Bedingungslos“ heißt, prägen die Botschaften, die von der Bühne ausgehen. Ein Plädoyer für das Leben, für die glücklichen Momente, durchsetzt mit nachdenklichen und melancholischen Tönen, durchweg getragen von großer Ernsthaftigkeit, ohne in Schwermut zu versinken.

Für die Brüche zwischendrin sorgt Sarah Connor selbst – mit Kichern, mit entwaffnender Offenheit, mit neckischen Anspielungen.

Die passenden Partner gefunden, die sie ermutigten

Das Ende von Rosenstolz vor einigen Jahren, es könnte ein Anfang gewesen sein für die neue Sarah Connor. Hätte Peter Plate, kreativer Kopf des ungeheuer erfolgreichen Berliner Duos, seinerzeit nicht gesundheitlich kürzertreten müssen, vielleicht wäre es nie zu der anhaltend erfolgreichen Zusammenarbeit mit Sarah Connor gekommen. Vielleicht würde die in Delmenhorst aufgewachsene Wahl-Berlinerin noch immer nicht in ihrer Muttersprache singen, würde dieser Tage vielleicht nicht die ganz großen Hallen füllen.

So aber ist alles gut: Mit Peter Plate, Ulf Leo Sommer und Daniel Faust hat sie die passenden Partner gefunden, die sie ermutigten, sich auf eine ganz neue Art auszudrücken. Nach, jawohl, bereits mehr als anderthalb Jahrzehnten im Popzirkus. Was in dieser Zeit passiert ist, fasst sie, wie die Großen das eben so machen, kurzerhand in einem Medley zusammen. „French Kissing“, „Let’s Get Back To Bed – Boy!“, „Bounce“, „From Zero To Hero“ – was da nicht schon alles war. Und natürlich „From Sarah With Love“. Der Song sei mit ihr erwachsen geworden, sagt Sarah Connor und stellt ihn in einer an musikalischer Opulenz abgespeckten, sehr intensiven Variante vor – maßgeblich unterstützt von Jazz-Gitarrist Torsten Goods.

Eine Hommage an Michael Jackson

Ihre Liebe zum Soul blitzt zwischenzeitlich durch und bei „Rock With You“ einmal auch die zu ihrem großen Vorbild Michael Jackson, hinter dem sie im Bremer Weserstadion einst als Jugendliche auf der Bühne stehen durfte.

Dem fünfteiligen Zugaben-Set setzt Sarah Connor mit „Auf uns“ von Andreas Bourani noch ein Krönchen auf, ehe sie dem Liebsten mit „Mein König“ huldigt und „Augen auf“ nach zwei Stunden den Konzertabend beschließt. Es ist der Appell, für andere da zu sein, auch für jene, die Tausende Kilometer hinter sich haben, es sind Botschaften aus dem Herzen von Sarah Connor. Die in ihrer Muttersprache leicht verständlich direkt ins Herz der Fans zielen.


Die „Muttersprache“ Tournee von Sarah Connor führt seit Anfang März durch 18 Städte in Deutschland und Österreich. Unter anderem gibt es noch Konzerte am 22. April im westfälischen Halle (Gerry Weber Stadion) und das Tour-Finale am 24. April in der Emsland Arena in Lingen .

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