zuletzt aktualisiert vor

„Unfassbare Zustände“ Im Delmenhorster Wollepark türmen sich Müllberge

Von Heike Bentrup

Entsetzen über die Müllberge hinter den Häusern Wollepark 11 und 12: Mitglieder des Arbeitskreises Sauberes Delmenhorst anlässlich eines Ortstermins zwischen Abfällen und Sperrmüll. Foto: Andreas NistlerEntsetzen über die Müllberge hinter den Häusern Wollepark 11 und 12: Mitglieder des Arbeitskreises Sauberes Delmenhorst anlässlich eines Ortstermins zwischen Abfällen und Sperrmüll. Foto: Andreas Nistler

Delmenhorst. Hausmüll und andere Abfälle türmen sich hinter den bewohnten Blöcken Am Wollepark 11 und 12 in Delmenhorst. Der Arbeitskreis Sauberes Delmenhorst sieht Politik und Verwaltung in der Pflicht.

Sperrmüll, anderer‚ Unrat und Essensreste, dazwischen Einkaufswagen und Altkleider – das Bild, das sich Passanten hinter den Wohnblöcken Am Wollepark 11 und 12 bietet, ist schauerlich. „Das sind einfach unfassbare Zustände“, kommentiert Prof. Dr. Gerd Turowski vom Arbeitskreis Sauberes Delmenhorst die Situation anlässlich eines Ortstermins an diesem Freitagmittag. Die vom Arbeitskreis bereits vor geraumer Zeit angeprangerten Missstände seien zwischenzeitlich zwar schon einmal behoben worden, mittlerweile sei der Bereich aber erneut in großem Ausmaß verdreckt und vermüllt.

Zwangsvollstreckung als letzte Möglichkeit

Angesichts der Ursachen sieht der Arbeitskreis laut Turowski insbesondere die Politik und die Verwaltung in der Pflicht. „Die Eigentumsverhältnisse sind nur schwer zu klären, zumal auch sogenannte Heuschrecken involviert sind, gleichwohl müssen die Vermieter der Wohnungen unter Druck gesetzt werden “, fordert Turowski. Ziel sei eine Belehrung der Bewohner auf Einhaltung der Hausordnung. Außerdem sei von den Eigentümern ein Reinigungsdienst zu beauftragen. Geschehe dies nicht, so müsste nach Einschätzung von Turowski die Stadt tätig werden und den Eigentümern die Aufräumarbeiten in Rechnung stellen. Geschehe dann immer noch nichts, könne der Weg einer Zwangsvollstreckung beschritten werden.
Weiterlesen: Stadt: „Wir haben ein Auge auf den Wollepark“

Ratten zwischen Abfällen gesichtet

„Es gibt auch Instrumente im Baurecht, mit denen die Stadt ansetzen kann“, berichtet Turowski und nennt als Beispiel das Modernisierungsgebot, das bei städtebaulichen Missständen angewendet werden kann. Außerdem verweist er auf baurechtliche Vorschriften, die unter anderen die Beseitigung von Mängeln wie nicht funktionsfähige Fahrstühle oder auch Stolperfallen vor den Häusern erforderlich machen. Schließlich regt der Experte eine gutachterliche Überprüfung an, mit der zu klären sei, ob die Zustände überhaupt noch tragbar seien. Dieses gelte umso mehr, als dass Arbeitskreismitglied und Ratsherr Henning Suhrkamp bei einer Vorab-Begehung im betreffenden Gebiet auch Ratten gesichtet haben will. Ein Rattenbefall sei ein Tatbestand, bei dem die Ordnungsbehörden zwingend eingreifen müssten.

Suhrkamp hat unterdessen in seiner Funktion als Ratsmitglied auch eine Anfrage an die Verwaltung gestellt, in der es um mögliche Zwangsmaßnahmen oder Alternativen zur Beseitigung der Vermüllung in dem Bereich geht.