Weiter Pflegestelle gesucht Delmenhorst: Welle der Hilfsbereitschaft für Rüden Sam

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„Von der Warmherzigkeit überwältigt“: Etliche Bürger berührte das Schicksal des Rüden Sam (8). Foto: Nadine Wessolle„Von der Warmherzigkeit überwältigt“: Etliche Bürger berührte das Schicksal des Rüden Sam (8). Foto: Nadine Wessolle

Delmenhorst. Das Schicksal des Rüden Sam (8) hat viele Bürger berührt. Der Tierschutzverein freut sich nun über große Hilfsbereitschaft. Doch eine Pflegestelle wird noch immer gesucht.

Eine Welle der Hilfsbereitschaft hat den Delmenhorster Tierschutzverein erreicht. Die Einrichtung betreut derzeit den Rüden Sam (8), über den das dk bereits Ende Januar berichtet hatte . Sam war verdreckt und verfilzt zum Tierschutzverein gekommen. Er wurde wohl als Kettenhund gehalten und hatte mehrere Wunden, damals war Hodenkrebs bei ihm diagnostiziert worden. Der Verein brauchte Geld für eine Operation und suchte nach einer Pflegestelle. „Es haben sehr viele Menschen ihre Hilfe in Aussicht gestellt. Es wurde Geld gespendet, Pflegestellen angeboten, die Leute wollten mit Sam Gassi gehen oder haben Sachspenden abgegeben“, berichtet die Sprecherin des Tierschutzvereins, Sarah Stahmann. „Wir sind von der Warmherzigkeit total überwältigt.“

Geld deckt Kastration und Behandlungen ab

Laut Stahmann sei eine vierstellige Summe an Spendengeldern zusammengekommen. „Jetzt können wir seine Operation bezahlen, kommende Woche wird Sam kastriert“, so Stahmann. Um den Hodenkrebs müsse sich dann nicht mehr gekümmert werden. Das Geld reiche ebenfalls, um andere Untersuchungen abzudecken. „Es zeigt sich eine deutliche bessere Wundheilung, die Entzündungen klingen langsam ab und sein Juckreiz scheint nachzulassen“, berichtet sie.

Pullis, Creme und ein Anti-Schleck-Kragen

Doch wie kürzlich bei einer neuerlichen Untersuchung beim Tierarzt herauskam, hat sich ein gegen ein Antibiotikum resistenter Keim in Sam eingenistet. Nun sei es vor allem Aufgabe, den Hund von diesem Keim zu befreien, so Stahmann. „Sam muss jeden Tag gebadet und eingecremt werden. Um seine Wunden zu schützen, muss er einen Pullover und einen runden Schleckschutz-Kragen tragen.“ Der Pulli müsse täglich gewechselt werden, der Kragen dürfe nur beim Gassigang abgenommen werden.

Pflegestelle noch immer gesucht

Dies alles sei mitunter ein immenser Aufwand – und gleichzeitig Grund dafür, warum eine bisherige Suche nach einer Pflegestelle, trotz Meldungen aus der Bevölkerung, erfolglos verlief. „Sam darf wegen seines gesundheitlichen Zustands nicht mit anderen Tieren zusammenleben“, erklärt Stahmann. „Vielleicht ändert sich das, ist er erst wieder gesund.“ Was sich nicht geändert hat, ist das Wesen des Hundes. Trotz anhaltender Arztbesuche. „Sam ist ganz tapfer und freundlich. Er liebt alles und jeden, ob Tier oder Mensch.“

Der Rüde lebt aktuell auf dem Gelände des Vereins am Schillbrok und ist in dessen Büro zuhause. Die ausrangierten Pullis, die der Hund tragen muss, waren übrigens auch Sachspenden. Die trägt Sam jetzt. Aber nicht kleiner, als in der Größe XL. Schließlich ist er ein großer Hund.


Wer sich für eine Patenschaft interessiert, erreicht den Tierschutzverein Delmenhorst und Umgebung unter Telefon (04221) 6890150 oder im Internet unter www.tsv-delmenhorst.de . fred

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