Pokal-Aus erst in Gladbach Atlas Delmenhorst 1981 auf großer Fußballbühne

Von Dirk Hamm


Delmenhorst. Vor 35 Jahren hatte der SV Atlas seinen Auftritt auf der ganz großen Fußballbühne: Im Achtelfinale des DFB-Pokals hieß der Gegner Mönchengladbach. Die Partie ging 1:6 verloren.

Als der Fußballer Hans-Dieter „Bubi“ Bentrup am 31. Januar 1981, einem Samstag, den Rasen zu einem Auswärtsspiel betrat, handelte es sich nicht gerade um eine alltägliche Partie seines SV Atlas Delmenhorst: Die Blau-Gelben traten im DFB-Pokal auf dem legendären Bökelberg gegen Borussia Mönchengladbach an. Gegen die mit großen Namen gespickte Fohlenelf – Matthäus, Kleff, Lienen, Nielsen, Wuttke, Hannes, Bruns – war in der Achtelfinal-Begegnung naturgemäß wenig auszurichten, das Spiel endete 6:1 für den Bundesligisten.

„Wir haben verdient verloren“, urteilt Bentrup, der sich damals mit seinen 1,65 Meter gerne als den „kleinsten Mittelstürmer Deutschlands“ bezeichnete, 35 Jahre später. Dabei habe das Atlas-Team „nichts zu verlieren gehabt“. Zwar war der SV Atlas zu Beginn der 80er Jahre als Amateur-Oberligist Dauergast in der dritthöchsten Spielklasse, aber die Oberliga Nord sei natürlich nicht mit der heutigen, bundesweiten 3. Liga zu vergleichen gewesen.

Lob von Heynckes für die Blau-Gelben

Nach dem Spiel fing Klaus Erdmann, „Urgestein“ der dk-Sportredaktion, die Stimmen ein. Aus dem Munde des Trainers der Gladbacher, ein gewisser Jupp Heynckes zu Beginn seiner großen Trainerkarriere, notierte er ein dickes Lob für die Gäste aus der Delmestadt: „Atlas war die beste Amateurelf, gegen die wir bisher spielten. Wäre uns der Elfmeter versagt worden, hätten wir sicher größere Schwierigkeiten gehabt.“

Mit dem umstrittenen Elfer, den Wilfried Hannes in der 19. Minute zum 1:0 für den haushohen Favoriten verwandelte, war der Bann früh gebrochen. In der 42. Minute stand es bereits 5:0 für die Profis. Dennoch sahen die 700 mitgereisten Atlas-Schlachtenbummlern unter den nur 5500 Zuschauern eine engagiert kämpfende Delmenhorster Mannschaft, die sich nach nervösem Auftritt in der ersten Halbzeit nach der Pause gut verkaufte. Den Ehrentreffer zum 1:5 erzielte der Ex-Bremer und -Dortmunder Herbert Meyer noch vor der Halbzeit per Elfmeter.

Überraschende Siege gegen Zweitligisten

„Lauf weiter!“ – dieser Zuruf verbindet sich für ihn bis heute mit diesem Augenblick, erzählt dk-Sportfotograf Rolf Tobis. Denn um den Delmenhorster Treffer mit der Kamera einfangen zu können, musste er über den ganzen Rasen sprinten – und ließ sich dabei auch nicht davon beirren, dass Objektive und Zubehörteile auf das Grün purzelten.

Dass die Blau-Gelben überhaupt im Achtelfinale auflaufen durften, lag an zwei erstaunlichen Siegen zuvor. Denn sowohl in der zweiten als auch in der dritten Runde wurden mit Rot-Weiß Oberhausen und dann Kickers Offenbach Zweitligisten aus dem Wettbewerb geworfen. Gegen Offenbach musste dabei auf dem Bieberer Berg erst ein Wiederholungsspiel erkämpft werden. Das 1:1 erzielte „Bubi“ Bentrup in der 89. Minute – ausgerechnet per Kopf.