DGB Delmenhorst lädt ein Vortrag über Ursachen der Flüchtlingsbewegung

Von Marco Julius

Uwe Helfrich, Oliver Barth und Klaus Pohl (von links) vom DGB freuen sich auf den Vortrag, der die Ursachen der aktuellen Flüchtlinsgbewegung unter die Lupe nimmt. Foto: Marco JuliusUwe Helfrich, Oliver Barth und Klaus Pohl (von links) vom DGB freuen sich auf den Vortrag, der die Ursachen der aktuellen Flüchtlinsgbewegung unter die Lupe nimmt. Foto: Marco Julius

Delmenhorst. Politische und ökonomische Ursachen von Flucht stehen im Fokus eines Vortrags, zu dem der DGB einlädt. Dabei geht es auch um die Rolle der Europäischen Union.

Ein hochaktuelles Thema greift der DGB-Arbeitskreis „Globalisierung. Lokale Auswirkungen und Gegenstrategien“ jetzt auf. Er lädt am Donnerstag, 19. November, ab 19 Uhr zu dem Vortrag „Die EU – Feuerwehr oder Brandbeschleuniger? Ökonomische und politische Ursachen der Flüchtlingsbewegung“ in den Gemeindesaal „Zu den Zwölf Aposteln“ an der Breslauer Straße. Als Referent kommt Olaf Bernau, der bei der gewerkschaftlichen Antidiskriminierungsstelle ADA in Bremen arbeitet und sich seit 2009 auch in dem transnationalen Netzwerk „Afrique-Europe-Interact“ engagiert.

Oliver Barth neuer Gewerkschaftssekretär

„Den Referenten hat uns Oliver Barth vermittelt“, erläutert Klaus Pohl vom DGB-Arbeitskreis. Barth ist seit 1. Oktober als hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär zuständig für Delmenhorst, Vechta, Cloppenburg und Oldenburg-Land.

Bernaus Vortrag, der als Impulsreferat für eine anschließende Diskussion nicht länger als 30 Minuten dauern soll, greift die Rolle der EU auf. „Denn die EU präsentiert sich gerne als Feuerwehr, wo sie doch selbst allzu häufig als Brandstifterin agiert – gerade in zahlreichen Ländern Afrikas“, sagt Bernau. „Die Menschen kommen nicht aus Abenteuerlust, sondern weil Existenzgrundlagen zerstört werden, ob durch Ressourcenkonflikte, Landgrabbing, ungleiche Handelsbeziehungen oder verschuldungsbedingte IWF-Strukturanpassungsprogramme. All dies ist Ergebnis politisch-ökonomischer Macht- und Dominanzverhältnisse, in denen Europa am Drücker sitzt, nicht selten im Pingpong mit korrupten, machtversessenen und undemokratischen Eliten im Süden des Globus.“

DGB-Neujahrsemfang am 1. Februar 2016

Der Vortrag, sagt Pohl, solle thematisieren, „wie wir von Europa aus soziale Bewegungen in Afrika, inklusive der dortigen Gewerkschaften, praktisch unterstützen können“. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Das Thema Flüchtlinge will der DGB-Kreisverband auch bei seinem Neujahrsempfang am 1. Februar 2016 aufgreifen, wie Pohl, Barth und Uwe Helfrich gestern erklärten. Nach dem eher theoretischen Vortrag in dieser Woche solle es dann ganz praktisch um die Situation der Flüchtlinge in Delmenhorst gehen.

Barth nutzt die Zeit bis dahin, sich weiter in seine neue Aufgabe einzuarbeiten. Der 44-jährige Soziologe, der bereits an den Universitäten Bremen und Oldenburg gearbeitet hat, war bereits in der DGB-Jugend aktiv. Seine Hauptaufgabe als Gewerkschaftssekretär sei vor allem die Netzwerkarbeit.