Theater in Delmenhorst „Onkel Toms Hütte“ im Kleinen Haus

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Eine moderne Version von „Onkel Toms Hütte“ steht am kommenden Donnerstag, 5. November, auf dem Spielplan des Kleinen Hauses. Foto: Dominik MüllerEine moderne Version von „Onkel Toms Hütte“ steht am kommenden Donnerstag, 5. November, auf dem Spielplan des Kleinen Hauses. Foto: Dominik Müller

Delmenhorst. Ausbeutung, Menschenwürde und Emanzipation sind Themen des Schauspiels „Onkel Toms Hütte“. Der Abend lebt von der Musik.

Das musikalische Schauspiel „Onkel Toms Hütte“ steht am Donnerstag, 5. November, ab 20 Uhr auf dem Programm des Kleinen Hauses. In der Hauptrolle des Stücks der Kempf Theatergastspiele ist Ron Williams zu sehen. Er spielt „Onkel Tom“ Rutherford, der aus der Southside von Chicago stammt. Er war früher Straßengangmitglied, ist jetzt Sozialpädagoge und betreibt im Gefängnis einer mittelamerikanischen Großstadt ein kleines Theater, dem er den Namen „Onkel Toms Hütte“ gegeben hat; nicht nur, weil Tom den gleichen Namen trägt, sondern weil er dort schon seit mehr als einem Jahrzehnt – Jahr für Jahr – die gleiche Geschichte zur Aufführung bringt: eben Harriet Beecher Stowes „Onkel Toms Hütte“.

Vier junge inhaftierte Amerikaner unterschiedlicher Ursprungsnationalitäten führen das Stück mit einfachsten Mitteln auf, unter der Leitung ihres Rehabilitierungshelfers Rutherford, der selbst den Onkel Tom spielt, und unter musikalischer Begleitung des lebenslänglich verurteilten Musikers Barney.

Das Sklavenelend in den Südstaaten

Sie schlüpfen in die Rollen der verschiedenen Roman-Charaktere, aber sie verkörpern nicht nur das Sklavenelend, das sich in den Südstaaten der USA bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts verbreitet hatte; die Gefangenen tragen auch ihre eigenen Geschichten und Songs vor – begleitet von Spirituals – um dem Zuschauer ihre Konflikte näher zu bringen, und um die Missstände vergangener Zeiten, die sich zum Teil bis heute wiederholen, für alle verständlicher zu machen.

Die moderne Variante von „Onkel Toms Hütte“ behandelt die Themen Ausbeutung, Menschenwürde und Emanzipation in der Erzählweise des zeitgenössischen Theaters. Getreu der Maxime Bertolt Brechts – „Theater ist Aufklärung zum Zweck der Unterhaltung“ – werden Ausschnitte aus dem zugrunde liegenden Roman mit Alltagsszenen collagiert, die in der Gegenwart spielen.

Das musikalische Spektrum des Abends reicht von Gospels und Spirituals, über Lieder aus der Bürgerrechtsbewegung bis hin zu neuen Songs, die Ron Williams eigens für dieses Stück komponiert hat.


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