Theater in Delmenhorst Thomas Glup lehrt Beamtendeutsch im Kleinen Haus

Thomas Glup und Birgit Flamma sorgten für herzliches Gelächter mit ihrer Real-Satire „Beamte sind auch nur Menschen“ im Kleinen Haus. Foto: Andreas NistlerThomas Glup und Birgit Flamma sorgten für herzliches Gelächter mit ihrer Real-Satire „Beamte sind auch nur Menschen“ im Kleinen Haus. Foto: Andreas Nistler

Delmenhorst. Am Sonntag, 18. Oktober, gastierte Thomas Glup mit seiner Real-Satire „Beamte sind auch nur Menschen“ im Kleinen Haus in Delmenhorst.

Auf einen humorigen Rundgang durch die Flure der Stadtverwaltung Essen hat Schauspieler und Beamter Thomas Glup am Sonntag, 18. Oktober, die rund 300 Zuschauer im Kleinen Haus im Delmenhorst für mehr als zwei Stunden entführt.

Glup schlenderte, spazierte, marschierte und füllte die Bühne – mit Energie, die Beamten laut Vorurteil nicht selbstverständlich mitbringen.

Thomas Glup: „Beamte sind auch nur Menschen

Und Glup kennt diese Vorurteile gut: Denn neben seiner Leidenschaft fürs Schauspiel ist er seit über 20 Jahren hauptberuflich bei der Stadtverwaltung Essen angestellt. Frotzeleien über arbeitsscheue Beamte durften deswegen genausoweinig im Programm „Beamte sind auch nur Menschen“ fehlen, wie Witze über Gesetzesvorschriften, ihre immanenten Unsinnigkeiten sowie über die Sidekicks von Beamten, die Verwaltungsangestellten.

Glups eigene Unterstützung auf der Bühne im Amt für Bürgerservice und Reklamationen war Birgit Flamma, die als Stichwortgeber das Programm auflockerte.

Glup verleiht Beamtenwitzen neuen Charme in Delmenhorst

Glups Witze waren derweil teilweise so alt wie das Beamtentum selbst. Er schaffte es jedoch, durchaus abgedroschenen Witzen durch seine leidenschaftliche Vortragsweise und Enthusiasmus einen neuen Anstrich zu verpassen. „Was ist ein Beamtenwindhund“, fragte Flamma. „Eine Schildkröte“, antwortete Glup.

Beamtendeutsch für Anfänger im Kleinen Haus in Delmenhorst

Eine Einführung ins „Beamtendeutsch“ und Hinweise auf seine Sprachgewalt belohnte das Publikum mit Staunen, Kopfschütteln und herzhaftem Gelächter. Vor diesem Abend wusste schließlich kaum einer der Zuschauer, was eine Rauhfutter verzehrende Großvieheinheit (Kuh) oder eine Lebensberechtigungsbescheinigung (Stammbuch) sind?

Thomas Glup schreckt auch vor eigenen Lachsalven nicht zurück

Daneben gab es Raum für Exkurse in andere Themenbereiche: So hatte Heinz Erhardt Gastauftritte, in dessen Rolle Glup in anderen Stücken geschlüpft war. Glup erheiterte das Publikum aber auch mit eigenen Lachanfällen, ausgelöst durch besonders markantes Gelächter aus dem Publikum. Über das Lachen im Zuschauerraum freute sich Glup so sehr, dass auch eine Studie zu verschiedenen Lachtypen Platz im über zwei Stunden langen Programm fand.

Thomas Glup weckt Wohlwollen für Beamte

Daneben füllte Glup den Abend mit Utopien über Noahs Verzweiflung, müsste dieser heute den bürokratischen Dschungel für den Bau einer Arche überwinden. Diese Verzweiflung führt letztlich auch dazu, dass Gott ein Einsehen hat: „Noah fragte Gott, ob er die Erde nicht mehr zerstören wolle. Gott antwortete, dass das schon die Verwaltung schaffen würde“, so Glup.

Auf charmante ganz eigene Art und Weise schaffte es Glup so, in den Zuschauern bis zum Ende des Abends Verständnis und Wohlwollen für Beamte, die teilweise „zum Handeln durch die skurrilsten Gesetzestexte gezwungen werden“, zu wecken.


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