Serie „Pälzisch im Abgang“ Delmenhorster Regisseur verfilmt den Weltuntergang

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Regisseur Matthias Schmidt am Set von „Pälzisch im Abgang“. Die Serie ist ab kommenden Dienstag, 27. Oktober, jeweils um 22.30 Uhr im SWR zu sehen. Foto: Matthias SchmidtRegisseur Matthias Schmidt am Set von „Pälzisch im Abgang“. Die Serie ist ab kommenden Dienstag, 27. Oktober, jeweils um 22.30 Uhr im SWR zu sehen. Foto: Matthias Schmidt

Delmenhorst. Apokalypse auf dem Weingut: Der in Delmenhorst aufgewachsene Regisseur Matthias Schmidt hat für den SWR eine ungewöhnliche Endzeit-Serie inszeniert.

Wenn in Film und Fernsehen die Welt untergeht, beobachtet der Zuschauer das Geschehen meist als effektvoll inszeniertes Drama in den großen Weltmetropolen – und nicht als Komödie auf einem Weingut in der Pfalz. Doch genau diese Thematik verfolgt die neue Weltuntergangsserie „Pälzisch im Abgang“, die der Delmenhorster Regisseur Matthias Schmidt für den SWR inszeniert hat.

Ein Asteroid wird die Erde zerstören

Die sechsteilige Serie dreht sich um die Erlebnisse der Pfälzer Familie Fröhlich im Angesicht des bevorstehenden Weltuntergangs. „Es ist keine Comedy im Sinne einer Sitcom, sondern hat auch melancholische Momente“, erzählt Schmidt. In der ersten Folge erfährt die Familie, dass ein Asteroid die Erde zerstören wird. Jedes Familienmitglied hat seine eigene Art, damit umzugehen. „Opa macht sich eine To-do-Liste, will noch einmal Black Jack spielen und Drogen nehmen“, sagt Schmidt. Die Mutter der Familie überdenkt dagegen ihre gerade erst begonnene Affäre und ihre Tochter versucht alles, um die verhasste Pfalz zu verlassen.

Schmidt mochte die „Weltuntergangsidee“

„Ich mochte sofort die Figuren, den Humor und auch die Weltuntergangsidee“, sagt Schmidt. Dass viele der Hauptfiguren pfälzischen Dialekt sprechen, hat ihn nicht abgeschreckt. Und es sollte auch die hochdeutsche Mehrheit beim Zuschauen nicht stören: „Es ist ein sehr eingängiger Dialekt. Man muss kein Mundart-Spezialist sein.“ Außerdem beziehe die Serie einen wichtigen Teil ihres Humors aus dem Konflikt zwischen dem Pfälzischen und dem Hochdeutschen. Zudem war Schmidt von der Idee begeistert, den Weltuntergang nicht als großes Effektkino, sondern als kleine, lustige Familiengeschichte zu erzählen. „Wir tun nicht so, als hätten wir viel Geld für die Produktion, sondern gehen in die andere Richtung und erzählen die Story über die Figuren und den Humor“, berichtet er.

Bisher Schmidts aufwendigstes TV-Projekt

Dennoch war es für den 36-Jährigen bisher das aufwendigste Projekt als Regisseur: Gedreht wurden die sechs Folgen in diesem Sommer innerhalb von sechs Wochen in Bad Dürkheim. „Das ist im deutschen Fernsehen normal – in unserem Fall war es aber eine große Herausforderung“, sagt Schmidt. Denn die Serie entstand zum 30. Geburtstag der SWR-Nachwuchsreihe „Debüt im Dritten“. „Autor, Regisseur und Produktionsfirma gelten als Debütanten, da sie noch kein Projekt dieser Größe auf der Vita haben“, erklärt Schmidt. „Es war noch einmal ein Stück größer und aufwendiger als meine bisherigen Projekte.“

Zuvor Weihnachtsserie gedreht

Sein Diplomfilm „Alle Jahre wieder“ war 2010 vom NDR ausgestrahlt worden, 2013 folgten drei weitere Teile der Weihnachtsserie. „Anders als bei ‚Alle Jahre wieder‘ wurde ‚Pälzisch im Abgang‘ nicht nur in einem Raum, sondern an vielen verschiedenen Orten gedreht“, berichtet Schmidt. Angenehm für ihn war allerdings, dass er sich, anders als in seinen bisherigen Projekten, bei denen er auch immer Drehbuchautor war, auf Regie und Casting konzentrieren konnte.

Schmidt will auch wieder Schauspielern

Nach der anstrengenden Zeit des Drehs und der Postproduktion ist für ihn jetzt erst einmal Urlaub angesagt. Danach beschäftigt ihn das Thema Weltuntergang weiter. „Zufälligerweise arbeite ich noch an einer weiteren Weltuntergangsgeschichte“, verrät Schmidt. Die Idee sei schon vor dem Regieangebot für „Pälzisch im Abgang“ entstanden. Im Gegensatz zur pfälzischen Comedyserie ist sein Drehbuch allerdings ein ernster Stoff. Auch das Schauspielern, mit dem er in Delmenhorst vor seinem Abitur am Max-Planck-Gymnasium beispielsweise in der Musik-Theater-AG der Schule oder in der Theatergruppe „Die Verräter“ Erfolge feiern konnte, will er weiter verfolgen. „Das Spielen reizt mich nach wie vor. Ich habe in der Serie auch einen kleinen Cameo-Auftritt“, verrät er. „Als Experte für den Weltuntergang.“


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