Projekt gegen Fachkräftemangel IWK Delmenhorst schult ausländische Pflegekräfte

Von Thomas Breuer

Altenpflegeausbildung im Institut für Weiterbildung in der Kranken- & Altenpflege (IWK) auf der Nordwolle: Dozent Kai Wischhusen erklärt seinen Schülerinnen, wie sie es richtig machen. Foto: IWKAltenpflegeausbildung im Institut für Weiterbildung in der Kranken- & Altenpflege (IWK) auf der Nordwolle: Dozent Kai Wischhusen erklärt seinen Schülerinnen, wie sie es richtig machen. Foto: IWK

Delmenhorst. Der Fachkräftemangel in der Pflege ist akut. Um ihm Herr zu werden, geht der Blick gezielt über Grenzen. Das IWK unterstützt Unternehmen bei der Qualifizierung geeigneter Kräfte.

Das Institut für Weiterbildung in der Kranken- & Altenpflege (IWK) auf der Nordwolle macht sich stark für die Weiterbildung von Pflegekräften aus Serbien, aus Bosnien und Herzegowina, aus Tunesien und von den Philippinen. Es ist ein Ansatz, um dem akuten Fachkräftemangel im Pflegesektor auch in Delmenhorst und der Region zu decken.

Viele Unternehmen hoffen auf ausländische Kräfte

Laut IWK suchen viele Unternehmen aus der Gesundheits- und Krankenpflegebranche sowie der Altenpflege nach Möglichkeiten, internationale Pflegekräfte einzustellen. Bestätigt sieht sich Institutsleiterin Silke Watzke in dieser Wahrnehmung durch die große Resonanz auf eine gestrige Informationsveranstaltung zum Projekt. Gleich zehn Einrichtungen aus der Region nahmen daran teil, zwei davon aus Delmenhorst.

Qualifikation nach deutschen Maßstäben

Das IWK bietet die Qualifizierungsmaßnahmen zur Anerkennung internationaler Fachkräfte im Rahmen eines EU-Förderprogramms an, bei dem es mit dem niedersächsischen Netzwerk „Integration durch Qualifizierung“ und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) kooperiert. Die Frauen und Männer, die in den genannten Ländern rekrutiert werden, müssen dort bereits in der Pflege tätig sein und Deutschkenntnisse vorweisen können. „Sie können hier vom ersten Tag an als Pflegehilfskräfte arbeiten“, sagt Watzke, „befristet auf ein Jahr.“ In dieser Zeit müssten sie weiter Deutsch lernen und ihre Anerkennung als Pflegekraft nach deutschen Maßstäben erreichen, um weiter in Deutschland arbeiten zu können.

Erster Kurs ist im Juli gestartet

Das IWK unterrichtet an 16 Standorten; diese spezielle Form der Qualifizierung bietet es laut Watzke ausschließlich in Delmenhorst an. Ein erster Kurs mit 15 Kräften, die in zwei Hannoveraner Einrichtungen tätig sind, ist im Juli gestartet. Sechs Teilnehmer stammen aus Serbien.

Pro Fachkraft müssten die Arbeitgeber wegen der Ko-Finanzierung durch öffentliche Mittel nur 799 Euro aufbringen. Sie können zudem via Internet Bewerbungsgespräche mit den Interessenten führen, um genau zu wissen, wen sie verpflichten.

In den betreffenden Ländern soll kein Mangel entstehen

Wichtig ist Watzke der Hinweise, dass im Zuge des Gesamtprojekts nur aus solchen Ländern angeworben werde, in denen dadurch kein Mangel im Pflegesektor besteht.

Ob künftig auch unter den nach Deutschland strömenden Flüchtlingen Pflegepersonal gewonnen werden kann, vermag Watzke noch nicht zu sagen. Nach Rücksprachen im Netzwerk sagt sie aber: „Es gibt die Bereitschaft, in diese Richtung zu denken.“