Nicht zu viel Wasser Hilfreicher Niederschlag für Landwirte in Delmenhorst

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Symbolbild: Thorsten KonkelSymbolbild: Thorsten Konkel

Delmenhorst. Fast 24 Stunden hat es von Montag- bis Dienstagabend durchgeregnet. Für Hobbygärtner heißt das ein bis zwei Gänge mit der Gießkanne weniger. Weitaus mehr profitieren Nutzpflanzen und die zuletzt niedrigen Pegel der Flüsse.

„Zu viel Wasser haben wir nicht“, sagt Jürgen Seeger, Vorstandsvorsitzender des Kreisverbands Oldenburg im Niedersächsischen Landvolk. Ab einer Bodentiefe von 20 Zentimetern herrsche immer noch Trockenheit. Dennoch seien die Bauern in der Region mit der Ernte bisher zufrieden: „Anfang Juli hatten wir noch Angst um den Mais“, berichtet er. Doch nach der ersten Hitzewelle des Sommers habe sich das Wetter eingependelt.

Befürchtungen aus dem Frühjahr haben sich nicht erfüllt

„Hier sieht der Mais zu 90 Prozent super aus. Im Weser-Ems-Raum kommt es auf die Regenverteilung an. Einmal in der Woche sollte es regnen“, sagt Seeger. Auch die Getreideernte sei besser ausgefallen als noch im Frühsommer erwartet. Durch die Trockenheit im Frühjahr war mit Ernteausfällen von bis zu 45 Prozent gerechnet worden. „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, urteilt der Landwirt mit Blick auf die Dürre in anderen Landesteilen, die so einen Regen wie in den vergangenen Tagen gut vertragen könnten. Seeger wünscht sich aber auch noch einige sonnige Tage am Stück: „Es liegt noch sehr viel Stroh auf den Wiesen, das trocknen muss.“

Delmepegel steigt um 30 Zentimeter

Wie schnell sich Niederschlag wie in den vergangenen Tagen auf die Natur auswirkt, war am Pegelstand der Delme in Holzkamp zu beobachten. An der Messstelle lag der Pegel am Montagnachmittag bei 260 Zentimetern, bis Dienstagmorgen war er auf 289 Zentimeter angestiegen. Ab dem späten Nachmittag sank er wieder. Der durchschnittliche Wasserstand der Delme beträgt 263 Zentimeter. In den vergangenen, überwiegend trockenen Wochen lag er meist deutlich darunter.

Ochtumverband wartet auf Testlauf

„Wir haben Sommerverhältnisse: Eine voll ausgebildete Vegetation, in der viel hängen bleibt. Außerdem verdunstet viel Niederschlag wieder“, erklärt Michael Dierks, Verbandsingenieur beim Ochtumverband. Im Winter könnten solche Regenereignisse wie von Montag auf Dienstag schon einmal eine kleinere Hochwasserwelle als Folge haben. „Aber selbst die hätte nicht ausgereicht, um das Probestauziel am Hochwasserrückhaltebecken der Delme zu erhalten“, sagt Dierks. Zum Vergleich: Der Höchststand beim Hochwasser 1998 betrug 460 Zentimeter. Der Ochtumverband wartet seit der im Februar erfolgten Freigabe des Bauwerks in Schlutter darauf, es testen zu können. „Es ist schon voll einsatzfähig, aber wir würden es vor einem Hochwasser gerne testen“, sagt Dierks.


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