Delmenhorster Verpackungshersteller Mitarbeiter von Graphia Innovaprint streiken

Pfeifen, Trillern, Fahnenschwenken: Rund 30 Mitarbeiter von Graphia Innovaprint haben am Dienstag einen Warnstreik eingelegt. Foto: F. GrabbePfeifen, Trillern, Fahnenschwenken: Rund 30 Mitarbeiter von Graphia Innovaprint haben am Dienstag einen Warnstreik eingelegt. Foto: F. Grabbe

Delmenhorst. Am Dienstag haben rund 30 der insgesamt 78 Angestellten des Verpackungs-Herstellers Graphia Innovaprint einen zweistündigen Warnstreik eingelegt. Sie fordern unter anderem die Einführung eines Weihnachtsgelds. Die Verhandlungen werden ab dem zweiten September weitergeführt.

„Im Grunde wollen wir nur das behalten, was wir schon haben“, äußerte sich der Betriebsratsvorsitzende Michael Heizmann zu den Tarif-Verhandlungen. Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) fordert eine Verlängerung des Tarifvertrages um fünf Jahre, ein halbes Monatsgehalt als Weihnachtsgeld im Tausch für gewisse Zuschläge bei Überstunden und die Gleichstellung eheähnlicher Beziehungen.

„Kaum zu schaffen“

„Was wir fordern, ist Makulatur“, sagte NGG-Verhandlungsführer Thorsten Zierdt. Größter Streitpunkt waren sogenannte Belegungsstunden, monatliche Laufzeiten für Maschinen, die die Geschäftsführung durchsetzen wolle. Statt Überstunden auszuzahlen sollen laut Zierdt Mitarbeiter Prämien erhalten, wenn Maschinen länger als 600 Stunden laufen. Dies sei aber kaum zu schaffen. Mitarbeiter hätten umgerechnet in so einem Fall samt Wochenenden lediglich fünf freie Tage im Monat – ohne Mehrvergütung.

„Jetzt ist es genug“

„Selbst Sklaven hatten früher längere Ruhezeiten“, schimpfte Zierdt. „Vor fünf Jahren schon haben die Mitarbeiter auf 25 Prozent des Gehalts verzichtet, damit es hier weitergeht. Jetzt ist es genug.“

Verhandlungen werden fortgeführt

Die Geschäftsführung wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Graphia Innovaprint gehört zum Verpackungskonzern Mayr-Melnhof mit Sitz in Wien, der nach Eigenangaben 9300 Mitarbeiter beschäftigt und 2014 einen Umsatz von 2 Milliarden Euro erwirtschafte. Die Verhandlungen gehen ab dem zweiten September weiter.