„Manche Eltern sind zu sorglos“ Delmenhorster Bad startet Sicherheitskampagne

Von Thomas Breuer

Mehr Sicherheit mit Schwimmflügeln: Özlem Celik aus Wildeshausen kommt mit Sohn Noel gerne in die GraftTherme und nutzt den kostenlosen Verleih von Schwimmhilfen für den Nachwuchs.Foto: Thomas BreuerMehr Sicherheit mit Schwimmflügeln: Özlem Celik aus Wildeshausen kommt mit Sohn Noel gerne in die GraftTherme und nutzt den kostenlosen Verleih von Schwimmhilfen für den Nachwuchs.Foto: Thomas Breuer

Delmenhorst. Die GraftTherme appelliert verstärkt an Eltern, ihre Kinder, die nicht schwimmen können, stets im Blick zu behalten. Anlass ist eine Reihe gefährlicher Vorfälle.

Der Job verlangt Fingerspitzengefühl. Wenn die Badeaufsicht in der GraftTherme Eltern darauf anspricht, etwas mehr Acht auf deren kleine Kinder zu geben, stößt sie damit nicht immer auf Verständnis. Doch dass derartige Hinweise nicht überflüssig sind, haben die vergangenen Monate gezeigt. Rund ein Dutzend Mal, sagt Geschäftsführer Horst Fiedler, habe sein Personal in diesem Jahr schon Kinder „aus dem Wasser gezogen“. Manchmal in größter Not.

Verantwortung wird gerne abgegeben

So weit darf es nicht kommen, fordert Fiedler, und appelliert an alle Eltern und aufsichtsberechtigten Begleiter, im Bad keine Sorglosigkeit an den Tag zu legen. Leider sei immer wieder zu beobachten, dass Nachwuchs, der noch nicht schwimmen könne, aus dem Blickfeld gerate. „Manche Eltern sind zu sorglos und geben die Verantwortung an die Aufsicht ab“, stellt Fiedler fest.

Aufsteller kommen in dieser Woche

Die Appelle werden in Zukunft auch sichtbar sein. Noch in dieser Woche wird die GraftTherme im Eingangsbereich sowie im Bad großformatige Aufsteller platzieren. Darauf zu sehen: ein kleines Mädchen mit Schwimmflügeln und der Satz „Wir verleihen dir Flügel, aber Mama und Papa müssen trotzdem aufpassen!“ Nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Türkisch, Russisch und Arabisch.

Schwimmflügel kostenlos zu leihen

Das mit den Flügeln ist im Wortsinn gemeint. Am Infocenter im Freizeitbereich können Schwimmflügel kostenlos entliehen werden, zwei verschiedene Modelle, je nach Körpergewicht. „50 Paare haben wir immer vorrätig“, verspricht Fiedler. Wenn etwas fehle, werde es herbeigeholt. „250 Paar Schwimmflügel kaufen wir jedes Jahr“, sagt der Geschäftsführer. „Das Angebot sollte für Kinder, die noch nicht schwimmen können, unbedingt genutzt werden.“

Retter in der Not sind im Bad die Fachangestellten für Bäderbetriebe. Sechs von ihnen führen stets Aufsicht an den Becken und melden Auffälligkeiten ihren Teamleitern. Personal und Verantwortliche sind so übereingekommen, ihre Anstrengungen für mehr Sicherheit – gerade für die kleinen Besucher – zu verstärken.

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Aufsicht trainiert für Ernstfall

Selbst ohne lebensbedrohliche Situationen werden die Aufsichtspersonen regelmäßig gefordert. Immer wieder gibt es Tests, bei denen unvermittelt aufgeblasene Gummipuppen ins Wasser geworfen werden. Auch bei diesen simulierten Ernstfällen sind die Wächter am Beckenrand gehalten, umgehend zu „retten“.


Kursangebot für Nichtschwimmer

In der GraftTherme werden für Kinder, die noch nicht schwimmen können, immer wieder Seepferdchen-Kurse oder auch Crash-Kurse für Seepferdchen, etwa in den Ferien, angeboten. Sie sind laut Geschäftsführung stark nachgefragt. Genauere Informationen dazu gibt es unter Telefon (04221) 283150.