Konzert in Gutsscheune Varrel Shanty-Chor Brinkum feiert 30-Jähriges Bestehen

Von Frederik Grabbe


Varrel. Seit drei Dekaden singen sie übers Meer: Der Shanty-Chor Brinkum hat am Sonntag seinen 30. Geburtstag gefeiert – und blickt nicht sorgenfrei die Zukunft.

Er singt vom Meer und der Seefahrt – und das schon seit drei Jahrzehnten: Der Shanty-Chor Brinkum hat am Sonntag sein 8. Open-Air-Shanty-Festival auf dem Gelände der Gutsscheune Varrel ausgerichtet. Neben den Brinkumern traten fünf befreundete Chöre aus Deutschland und den Niederlanden auf.

Alle drei Jahre richten die Brinkumer Sänger ein Konzert unter freiem Himmel aus. Dieses Jahr hatten sie ein Jahr verstreichen lassen, ehe sie zum Konzert einluden: In diesem Jahr wird der Chor 30 Jahre alt. Das Freiluftkonzert wurde kurzerhand ins Jubiläumsjahr verlegt.

Sechs statt acht Chöre bedeuten mehr Zeit für die Musik

Die eingeladenen Shanty-Chöre seien allesamt gut bekannt, man habe sich schon häufig gegenseitig zu Auftritten eingeladen, so Rolf Becker, Erster Vorsitzender der Brinkumer Sänger. Jeder Chor hatte 30 Minuten Zeit. Auch das war etwas Besonderes. Denn in den Vorjahren wurde den Chören lediglich 15 Minuten eingeräumt. Dafür reduzierte der Chor die Anzahl Gast-Gruppen. Statt wie sonst acht traten sechs Gruppen auf. Darunter die Beckedorfer Schifferknoten aus Bremens Norden, der Hasport Shanty Chor aus Delmenhorst, die Stader Hafensänger und aus den Niederlanden De Scheepsjoagers aus Muntentam bei Groningen und der Leeuwarder Shantykoor.

Viel Meeresrauschen und ein Kracher

Dass nicht nur die Gäste aus dem Nachbarland das Niederländische beherrschen, bewiesen die Brinkumer mit zwei Titeln. Darunter: „Hoor je net ruisen der golven?“ („Hörst du nicht das Rauschen der Wellen?“).

Als „Kracher zum Abschluss“, wie Becker beschrieb, führten die Brinkumer als gastgebender Chor vor mehreren Hundert Besuchern ihr Lied „Shantyman“ auf, eine neu aufbereitete Version des Liedes „Steirisch Man“. Mit dem Lied hatte ursprünglich eine österreichische Band den Steirer Arnold Schwarzenegger gehuldigt. „Andere Shanty-Chöre haben uns schon nach den Noten gefragt. Aber das ist unser Lied, das geben wir nicht raus“, so Becker augenzwinkernd.

„Frisches Blut täte uns gut“

Becker selbst hatte mit Spannung den Auftritt von De Scheepsjoagers erwartet. „Die Niederländer haben anderes Liedgut und treten sehr dynamisch auf. Außerdem schaffen sie es, jüngerer Sänger für sich zu gewinnen.“ Ein Unterfangen, mit dem sich der Brinkumer Chor schwertut. „Wir sind 46 Sänger, vier Musiker und ein Chorleiter – und alle zwischen 58 und 86 Jahren alt. Frisches Blut würde uns guttun“, so Becker.