Die Gefahr des IS KPR Delmenhorst informiert über Islamischen Staat

Von Marco Julius

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verwendet die Schahada auf schwarzem Grund und dem zusätzlich abgebildeten mutmaßlichen Siegel Mohammeds. Foto: dpaDie Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verwendet die Schahada auf schwarzem Grund und dem zusätzlich abgebildeten mutmaßlichen Siegel Mohammeds. Foto: dpa

Delmemhorst. Wenn Jugendliche sich radikalisieren, ist guter Rat teuer. Der Kriminalpräventive Rat hat jetzt zu einer Informationsveranstaltung über den Islamischen Staat geladen.

Warum schließen sich junge Menschen dem sogenannten Islamischen Staat (IS) im Irak und Syrien an? Wie machen Salafisten auf sich aufmerksam? Worin besteht die Gefährdung? Was können Pädagogik und Jugendarbeit präventiv tun? Mit diesen Fragen hat sich jetzt der Vortrag und die anschließende Gesprächsrunde „Jihad is beautiful“ von Claudia Dantschke vom Berliner Zentrum Demokratische Kultur, Beratungsstelle Hayat, beschäftigt. Zu der Veranstaltung zu diesem Thema hatte der Kriminalpräventive Rat der Stadt Delmenhorst (KPR) in Kooperation mit der Polizei Verantwortliche in der Jugendarbeit aus den Bereichen Schule und Freizeit ins Rathaus eingeladen.

Radikalisierung kann jede Familie treffen

Dantschke arbeitet in der Betreuung von Angehörigen Jugendlicher, die sich radikalisiert haben, vor einer Ausreise zur Unterstützung des IS stehen oder zurückgekehrt sind. Sie trug vor, wie die Radikalisierung von Jugendlichen jede Familie treffen kann, unabhängig von der Religionszugehörigkeit oder Rolle in der Gesellschaft. Eltern und Verantwortliche im Umgang mit jungen Menschen seien aufgefordert, sehr wachsam zu sein.

Kette von Anzeichen und Fragen

Wenn sich Betroffene Fragen stellen müssen wie „Ich habe den Eindruck, dass mein Kind, Freund oder meine Schülerin zunehmend radikale Ansichten vertritt – wann muss ich mir Sorgen machen?“, „Woran erkenne ich, dass er oder sie auf eine Radikalisierung zusteuert oder einer islamistischen Gruppe angehört?“ oder „Warum zieht sich mein Kind auffällig zurück – ist es nur Teil einer ganz normalen Entwicklung?“ steht am Ende solch einer Kette von Anzeichen und Fragen nicht selten eine unvorhersehbare Ausreise eines jungen Menschen zur Unterstützung des IS.

Mehrere Anlaufstellen

Hilfestellung bei derartigen Sorgen erhalten Eltern und andere Betroffene in Niedersachsen bei der Beratungsstelle zur Prävention neo-salafistischer Radikalisierung „BeRATen“ unter (0511) 70052040 oder unter www.beraten-niedersachsen.de . Daneben steht bundesweit die Organisation Hayat im Internet unter www.hayat-deutschland.de zur Verfügung. Als Ansprechpartner fungiert außerdem das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge unter (0911) 9434343 oder beratung@bamf.bund.de .