Fundsachenversteigerung der Stadt Schnäppchenjagd im Delmenhorster City-Center

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Schnäppchenjagd zwischen Spanplattenwänden: Im Keller des City-Centers wurden am Mittwoch 46 Fundsachen versteigert. Darunter Armbanduhren, Jacken – und vor allem Fahrräder. Foto: Frederik GrabbeSchnäppchenjagd zwischen Spanplattenwänden: Im Keller des City-Centers wurden am Mittwoch 46 Fundsachen versteigert. Darunter Armbanduhren, Jacken – und vor allem Fahrräder. Foto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Wenn es heute einen Trieb des Jägers gibt, wird er mitunter bei der Schnäppchenjagd befriedigt. Am Mittwoch versteigerte die Stadt 46 Fundsachen. Vor allem Räder kamen unter den Hammer.

Grell glimmen die Leuchtstoffröhren, quer durch den Raum verläuft ein Abflussrohr, von draußen dringt das Drillen eines Presslufthammers hinein, der das City-Pflaster aufschlägt: Hier, im Keller des City-Centers, werden zwischen Spanplatten-Trennwänden Schnäppchenjäger-Träume wahr: Der Fachdienst Bürgerangelegenheiten versteigert Fundsachen. Uhren, Anhänger, Jacken geraten unter den Hammer. Besonders aber sind Fahrräder unter den rund 80 Bietern gefragt. 46 Artikel stehen zur Versteigerung, 39 davon sind Zweiräder.

„Auf Schönheit kommt es nicht an“

Aus Ganderkesee angereist ist der Gärtner Stefan Müller. „Ich bin oft auf sandigem Boden unterwegs, da kann die Gangschaltung schnell kaputt gehen“, sagt er. „Hauptsache der Rahmen und die Tretlager sind in Ordnung. Auf Schönheit kommt es nicht an.“ Bis 140 Euro möchte Müller heute mitgehen – wenn er dafür denn ein gutes Rad bekommt. Notfalls will er es selbst wieder fit machen.

Ladenpreise werden lange nicht erreicht

Eine erste Damenarmbanduhr geht für drei Euro an einen Herren, ein alter Bernstein-Anhänger samt zwei DDR-Orden wechseln für 47 Euro den Besitzer. Zu Beginn wird noch verhalten geboten. Erst bei den Fahrrädern klettern die Preise. Ein Jungen-Fahrrad, das Auktionator Thomas Ahrens mit „20 Zoll, das ist eher was für Zwerge“, kommentiert, geht für 28 Euro „an den jungen Mann in Rot“; für ein Herrenrad („Es fehlt nur ein wenig Luft, sonst ist nichts dran“) werden schon stolze 145 Euro bezahlt. Für diese Auktion ist das viel, an dem Ladenpreis kratzt der Betrag vermutlich noch lange nicht. Und gerade dieser Umstand zieht die Bieter in die Katakomben des City-Centers.

Der Erlös am Mittwoch: 1600 Euro

Als Fundsachen gelten alle Dinge, die einen Wert von mehr als zehn Euro haben und von Bürgern beim Fundbüro der Stadt abgegeben werden, sagt Julia Reiche aus dem Bürgerbüro. Wer dies nicht tut, begehe Fundsachenunterschlagung. Das Fundbüro bewahrt die Gegenstände ein halbes Jahr auf. Wenn sich weder Eigentümer noch Finder in dieser Zeit melden, werden die Gegenstände versteigert. Im Jahr werden rund 400 Gegenstände in Delmenhorst gefunden. Die Summe, die bei jährlich vier Versteigerungen zusammen kommt, fließt in den Säckel der Stadt. Bei dieser Versteigerung sind es 1600 Euro.

Schnäppchen ohne Sattel – aber mit Platten

Sichtbar stolz auf seinen Kauf ist Dennis König. Er war auf einen günstigen Kauf bedacht. „In Delmenhorst werden viele Fahrräder geklaut. Schlimm ist es geworden.“ Ob das ersteigerte Objekt selbst geklaut und dann stehen gelassen wurde, ist nicht klar. König zumindest sieht zufrieden aus – und ersteigert danach noch ein Kinderrad mit Platten, ohne Sattel und ohne linken Lenkergriff. Für einen Euro. „Der Schrottwert liegt bei fünf Euro“, schätzt er. Und sieht sich schon die nächsten Räder an.


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