Mehr Geld für Stadtkasse Säumige Herrchen in Delmenhorst melden 350 Hunde nach

Von Marco Julius

Die Hundesteuer spült in diesem Jahr rund 450.000 Euro in die Stadtkasse. Foto: Daniel Naupold/dpaDie Hundesteuer spült in diesem Jahr rund 450.000 Euro in die Stadtkasse. Foto: Daniel Naupold/dpa

Delmenhorst. Die Stadt hatte angekündigt, verstärkt Hundehaltern nachzuspüren, die keine Steuern für ihr Tier entrichten. Mit Erfolg: Rund 350 Hunde wurden nachgemeldet.

Die Ankündigung der Stadt, schärfer gegen Hundehalter vorzugehen, die ihre Tiere nicht angemeldet haben, hat offensichtlich gefruchtet. „Von der Möglichkeit, Hunde nachträglich anzumelden und ein Bußgeld zu umgehen, haben rund 350 Hundebesitzer Gebrauch gemacht“, sagt Timo Frers, Sprecher der Stadt. Bis zum 31. Juli hatte die Stadt eine Frist eingeräumt , die säumige Hundehalter nutzen konnten.

40.000 Euro Mehreinnahmen pro Jahr

„Die Stadt kann nun mit jährlichen Mehreinnahmen bei der Hundesteuer von mindestens 40.000 Euro rechnen“, macht Frers deutlich, in Zeiten leerer Kassen eine durchaus erkleckliche Summe. In diesem Jahr sei sogar aufgrund von Nachmeldungen vergangener Jahre mit 50.000 Euro Mehreinnahme zu rechnen. Die Halter, die Hunde nachgemeldet haben, stammen, das sagt Frers auf Nachfrage, aus allen Bevölkerungsschichten.

Kontrollen starten Dienstag

Nachdem die Frist jetzt abgelaufen ist, müssen Hundebesitzer, die ihr Tier noch immer nicht angemeldet haben, mit Konsequenzen rechnen. Die Stadt macht jetzt den nächsten Schritt. Wer, um im Bild zu bleiben, glaubt, Hunde die bellen, beißen nicht, liegt falsch. Ab dem kommenden Dienstag starten die Kontrollen. Sechs Mitarbeiter der Stadt werden Hundebesitzer jeweils zu zweit im gesamten Stadtgebiet ansprechen und nach der Steuermarke fragen, im Sinne der Steuergerechtigkeit, wie Frers erläutert. Die Mitarbeiter können auch prüfen, ob der Hund gechippt ist. Die Steuermarke hat jeder registrierte Hund zu tragen. Die Kontrolleure haben laut Horst Janocha, Fachbereichsleiter für Bürgerangelegenheiten, Dienstausweise bei sich, die Bürger sind den Kontrolleuren gegenüber auskunftspflichtig.

Bußgelder zwischen 200 und 1000 Euro

Werden die Kontrolleure fündig, sind Bußgelder für eine Hundesteuer-Hinterziehung fällig. „Die Bußgelder bewegen sich sich zwischen 200 und 1000 Euro“, rechnet Frers vor. Die Stadtverwaltung könne zudem die Zahlung der Steuern rückwirkend für bis zu vier Jahre einfordern.

Bislang rund 400.000 Euro durch Hundesteuer

Gut 4000 Hunde bei etwa 3700 Haltern waren vor der Aktion der Stadtverwaltung gemeldet. Dass nun 350 Hunde nachgemeldet wurden, sei ein guter Wert, sagt Frers. Bislang habe die Stadt etwa 400.000 Euro pro Jahr über die Hundesteuer eingenommen. Die Stadtverwaltung hofft, dass die Hundesteuer jetzt mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung gerückt ist. Janocha hatte schon zu Beginn der Aktion erklärt: „Die Menschen, die gesetzestreu handeln, sollten nicht die Dummen sein.“