Ferienspaß beim TV Jahn Kinder lassen beim Boxtraining die Fäuste fliegen

Von Dirk Hamm

Alle Hände voll zu tun: Torsten Christophers (hinten links) vom TV Jahn bringt seinen Ferien-Schützlingen in der Jahn-Turnhalle die Grundlagen des Boxens bei. Foto: Andreas NistlerAlle Hände voll zu tun: Torsten Christophers (hinten links) vom TV Jahn bringt seinen Ferien-Schützlingen in der Jahn-Turnhalle die Grundlagen des Boxens bei. Foto: Andreas Nistler

Delmenhorst. Drei Wochen lang lernen Jungen und Mädchen beim Ferienangebot des TV Jahn die Grundlagen des Boxens kennen. Bevor es an den Sandsack geht, müssen die Bewegungsabläufe sitzen.

„Grundstellung, zwei Schritte vor, schlagen“ – mit großer Geduld wiederholt Boxtrainer Torsten Christophers immer wieder diese Anweisung. Für seine Schützlinge ist es gar nicht so einfach, die grundlegenden Bewegungsabläufe des Boxsports zu verinnerlichen: Vier Jungen und vier Mädchen, zwischen acht und zwölf Jahre alt, folgen noch etwas unkoordiniert den Vorgaben des erfahrenen Trainers, recken dabei die in den verhältnismäßig riesigen Boxhandschuhen steckenden Fäuste nach vorne. Eigentlich sind zwölf Kinder angemeldet, heute sind acht erschienen zum Ferienspaß beim TV Jahn in der Jahn-Turnhalle an der Willms-straße.

Eins von zehn Ferienkindern bleibt beim Boxen hängen

„Links, rechts, Grundstellung“: Die Gruppe arbeitet sich nun im Karree schattenboxend voran. Julian setzt die Schritte und Schläge sehr konzentriert, murmelt dabei die Vorgaben stakkatoartig vor sich her. In der folgenden Pause gibt sich der Achtjährige tatendurstig: „Ich hoffe, dass wir bald auf den Sandsack schlagen dürfen.“ Zuhause habe er einen Punchingball, den er manchmal bearbeite, verrät Julian.

Seit rund 15 Jahren bietet der TV Jahn im Rahmen des Ferienspaßprogramms der Stadt das Boxtraining für die Kleinen an. Und macht so erfolgreich Werbung für die eigene Nachwuchsarbeit. „Eins von zehn Kindern bleibt jedes Jahr hängen, im vergangenen Jahr waren es sogar drei“, sagt Torsten Christophers und erklärt, warum es eine gute Idee ist, Kinder beim Boxen anzumelden: „Das reine Boxtraining ist der gesündeste Sport überhaupt. Der ganze Körper wird dabei beansprucht.“

Sparring als besondere Herausforderung am Abschlusstag

Allerdings, das hat der 47-Jährige beobachtet, bringen die Kinder vom Schulsport her selten die nötigen Voraussetzungen mit, müsse im Verein vieles an Grundlagen nachgeholt werden: „Disziplin, Koordination und Konzentration sind so gut wie gar nicht vorhanden. Einfachste Sachen fehlen, wie Liegestütze machen oder Stehen auf einem Fuß. Wir fangen ganz unten an beim Training.“ In den drei Wochen der Boxferien trainieren die Kinder dreimal wöchentlich. Am letzten Tag steht dabei eine besondere Herausforderung an: Die Kinder müssen beim Sparring mit Kopfschutz gegen die aktiven Boxer des Vereins versuchen, einen Treffer zu landen.