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Schneller Abriss Stadt Delmenhorst ersteigert fünf Blocks im Wollepark


Delmenhorst. Die Stadt Delmenhorst hat am Dienstagnachmittag bei einer Zwangsversteigerung die Wohnanlage Am Wollepark 1 – 5 samt Grundstücken ersteigert, die sich weithin sichtbar entlang der Stedinger Straße erstreckt.

Der Verkehrswert war mit 1,126 Millionen Euro angegeben worden, der Zuschlag fiel im Nebengebäude des Amtsgerichts an der Cramerstraße um 15.04 Uhr beim Mindestgebot von 563.250 Euro – vorbehaltlich einer bis voraussichtlich 28. Juli noch ausstehenden Formalie, die nicht als Problem gesehen wird. Der Abriss der maroden Gebäude soll laut Oberbürgermeister Axel Jahnz möglichst noch im laufenden Jahr beginnen. Sie stehen in einem 2000 ausgewiesenen Sanierungsgebiet, weswegen für den Kauf und Abriss auch überörtliche Städtebaufördermittel abgerufen werden können.

Neuer Bebauungsplan seit 2012

Für das Gebiet besteht seit April 2012 ein neuer Bebauungsplan. Er sieht in vorderster Front zur Stedinger Straße Gewerbe vor und dahinter ein Mischgebiet. Zur Nordwollestraße hin soll eine auffälligere Zuwegung zur Parkanlage des Wolleparks entstehen. Eine Voraussetzung dafür ist, dass die Stadt auch an diesem Donnerstag zum Zuge kommt. Dann wird das Grundstück mit der verfallenden Parkpalette an der Nordwollestraße/Ecke Stedinger Straße zwangsversteigert.

„Das Zepter in die Hand genommen“

Andere Bieter gab es am Dienstag nicht. Wirtschaftsförderer Axel Langnau, der das Gebot für die Stadt abgab, sagte nach der Zwangsversteigerung, man habe jetzt „das Zepter des Handelns in die Hand genommen, um den langjährigen Prozess des Schandfleck-Abrisses auf den Weg zu bringen und der Neugestaltung den Weg zu ebnen“. Der Abriss der leer stehenden Gebäude könne, wie vom Rat beschlossen, umgesetzt werden, sobald der Zuschlag ohne Einschränkungen erteilt sei. Einzuholen ist durch das Amtsgericht noch die Zustimmung aus dem Erbbaurecht für die Grundstückflächen Am Wollepark 1 und 2. Nach 15 Jahren Stagnation will die Stadt dann die bauliche Entwicklung im Wollepark vorantreiben. Sie sieht mittelfristig auch das Verschwinden weiterer Wohnblöcke vor, während einzelne andere gerade von Eigentümergemeinschaften saniert werden .

Bevollmächtigte stimmt zu

Hauptgläubigerin der mit zweistelligen Millionenbeträgen belasteten Grundstücke und Gebäude, die versteigert wurden, ist die Westend Olympic GmbH in Frankfurt am Main mit Verbindungen zur LoneStar-Gruppe. Als deren Bevollmächtigte stimmte Rechtsanwältin Gaby Lübben dem Gebot der Stadt zu.


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