Kleinod in Delmenhorst Runder Tisch Tiergarten setzt künftig auf Führungen

Auf in den Wald: Detlef Riedel (3. von rechts) führt den Runden Tisch Tiergarten durch Delmenhorsts Forst. Foto. Alexander SchnackenburgAuf in den Wald: Detlef Riedel (3. von rechts) führt den Runden Tisch Tiergarten durch Delmenhorsts Forst. Foto. Alexander Schnackenburg

Delmenhorst. Der Tiergarten soll als Kleinod der Stadt noch stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken. Der Runde Tisch Tiergarten will das mit geführten Touren unterstützen.

Der Runde Tisch Tiergarten möchte sich künftig noch stärker für den einzigen Delmenhorster Forst engagieren. Die Interessengemeinschaft aus ehrenamtlich wirkenden Anwohnern, Freunden und Naturliebhabern wünscht sich vor allem, dass die Öffentlichkeit ein stärkeres Bewusstsein für das Kleinod am Stadtrand entwickelt und plant daher, etwa durch Führungen auf den Tiergarten und seine Besonderheiten aufmerksam zu machen – und so dem zunehmenden Vandalismus und der Verschmutzung entgegenzuwirken.

Führungen mit verschiedenen Blickwinkeln möglich

Wie eine Führung aussehen kann, hat Detlef Riedel, Sprecher des Runden Tischs, am Donnerstagabend seinen Mitstreitern beispielhaft vorgeführt. Riedel, der den Förster des Tiergartens bei seiner Arbeit unterstützt, konzentrierte sich bei seiner etwa 45-minütigen Führung durch den Wald vor allem auf die forstwirtschaftlichen Aspekte. Er hofft allerdings, dass am Ende nicht nur er die Leute durch den Tiergarten führen wird, sondern auch andere Mitglieder des Runden Tischs, denen es natürlich freistehe, den Wald etwa vorrangig aus heimatkundlicher, kulturhistorischer oder sonstiger Perspektive vorzustellen.

Nahezu ein „Urwald“

Forstwirtschaftlich betrachtet ist für Riedel vor allem festzustellen, dass es sich bei dem Tiergarten nahezu um einen „Urwald“ handele, einen beinahe reinen Buchenwald. Auch, um den urtümlichen Charakter des Forstes zu wahren, vor allem aber, um ihn als Biotop attraktiv zu gestalten, ließen die Förster und ihre Mitarbeiter das tote Holz im Wald seit einigen Jahren liegen. Es diene seltenen Insekten als Lebensraum. Spechte fänden in dem Totholz zudem reichlich Nahrung, erklärte Riedel beim Spaziergang durch das Gelände – während tatsächlich ein Specht im Hintergrund, deutlich zu hören, einen Baum bearbeitet.

See soll mehr Sauerstoff bekommen

Neben den Spechten lebten zudem Waldkäuze und sogar ein Habicht im Tiergarten, so Riedel. Dank der Welse und des – zuletzt leider wegen des Fischsterbens in den Fokus gerückten – Sees könne man in dem Forst aber auch oft genug Reiher bewundern. Um das Leben am und im Wasser des Tiergartens zu befördern, halten viele Mitglieder des Runden Tischs eine kreisförmige Verbindung zur Welse für sinnvoll. Auf diese Weise wäre der See ständig mit fließendem Wasser und mit mehr Sauerstoff versorgt.


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