Adipositas bei Jugendlichen Studie beschert Delmenhorst „Poleposition“

Weltweit nimmt die Zahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher zu. Eine europaweite Studie, bei der Delmenhorst einziger bundesweiter Standort ist, befasst sich jetzt mit den Ursachen. Foto: dpaWeltweit nimmt die Zahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher zu. Eine europaweite Studie, bei der Delmenhorst einziger bundesweiter Standort ist, befasst sich jetzt mit den Ursachen. Foto: dpa

Delmenhorst . Die Stadt Delmenhorst nimmt bei der Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen bundesweit einen Spitzenplatz ein. Zu verdanken ist das dem Delmenhorster Institut für Gesundheitsförderung, das jetzt in eine europaweite Studie eingestiegen ist. Die Stadt ist bundesweit einziger Standort des OPEN-Projektes.

Als deutschlandweit einzige Kommune ist Delmenhorst bei einer Studie über die Gründe der weltweiten Zunahme von Übergewicht und Adipositas bei Jugendlichen vertreten. Insgesamt wurden für das europäische Projekt Obesity Prevention European Network (OPEN) als Teil einer von der Weltgesundheitsorganisation unterstützten weltweiten Bewegung 13 Städte in Europa ausgewählt. Um die Teilnahme hatte sich Dr. Johann Böhmann, Direktor des Delmenhorster Instituts für Gesundheitsförderung (DiG) im Verein Gesundheit im Kindesalter (GiK), beworben.

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Gesundheit, Verbraucherschutz und Gefahrenabwehr warb er um Unterstützung durch die Politik und die Verwaltung. „Wir waren immer der Zeit voraus“, sagte Böhmann angesichts der jahrelangen Erfahrungen des Vereins Gesundheit im Kindesalter zum Thema Übergewicht und Adipositas bei Kindern. GiK hatte sich in Zusammenarbeit mit dem Bremer Leibnitz-Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS) an Untersuchungen zur Idefics-Studie beteiligt, in der es ebenfalls um Übergewicht bei Kindern ging. „Damit sind wir in Deutschland in der ,Poleposition‘, die wollen wir halten“, sagte Böhmann.

Mit der Teilnahme am OPEN-Projekt spiele die Stadt europaweit ganz oben mit. „Das ist als würden wir mit zwei Leuten in der Champions-League gegen eine Elf plus Auswechselspieler, alle von Bayern München, antreten“, veranschaulichte der DiG-Präsident den hohen Stellenwert der Studie.

Angesichts des gerade vom Bundestag verabschiedeten Präventionsgesetzes, das die Gesundheitsförderung im direkten Lebensumfeld der Menschen stärken soll, appellierte Böhmann an die Politik, diese wichtige Zielsetzung auch im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) zu verankern. Denn, so Böhmann, „Gesundheitsförderung ist auch Wirtschaftsförderung“.

Parallel gelte es für die Akteure, in der privaten Wirtschaft Förderer für das Projekt zu akquirieren. „Ich habe da keine Berührungsängste“, sagte Böhmann. Außerdem sollen sowohl das gute Netzwerk vor Ort wie auch die sozialen Netzwerke im Internet für das Projekt genutzt werden.


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