Einstimmiges Votum im Stadtrat Delmenhorst will wieder Wasser in Graft fördern

Meine Nachrichten

Um das Thema Delmenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Bei zahlreichen Begehungen hatten sich Politik und Bürger in jüngster Vergangenheit über den aktuellen Zustand der Grünanlagen informiert. Foto: Andreas NistlerBei zahlreichen Begehungen hatten sich Politik und Bürger in jüngster Vergangenheit über den aktuellen Zustand der Grünanlagen informiert. Foto: Andreas Nistler

Delmenhorst. Der bekundete Wille zur Wiederaufnahme der Wasserförderung in der Graft war da, doch geschehen ist nichts. Jetzt hat der Stadtrat die umgehende Umsetzung beschlossen.

Aufatmen und Erleichterung in der Politik: Mit dem Beschluss, die Trinkwasserförderung in einem neu zu errichtenden Wasserwerk in der Graft wieder dauerhaft aufzunehmen, hat der Stadtrat am Donnerstag einstimmig den Weg für die Graft-Rettung geebnet. Lediglich die Ratsmitglieder von FDP und Unabhängigen Delmenhorstern (UAD) enthielten sich der Stimme.

Im Vorfeld der Beratungen hatte Oberbürgermeister Axel Jahnz nochmals zur Geschlossenheit aufgerufen. „Im Grunde gibt es aber nicht mehr viel zu sagen“, betonte Jahnz angesichts der Vorbereitungen durch die Interfraktionelle Arbeitsgruppe (Ifag). „Jetzt geht es darum den Beschluss umgehend umzusetzen und die Öffentlichkeit zu informieren. Für Treffen hinter verschlossenen Türen gibt es keinen Grund“, bekräftigte der Verwaltungschef.

Entsprechend der Ratsentscheidung werden die Gesellschaftsvertreter der Stadtwerke angewiesen, ein Konzept zur sicheren Funktionsfähigkeit der vorhandenen Fördereinrichtungen wie Brunnen und Pumpen zu erstellen, das als Varianten unter anderem auch neue Förderbrunnen vorsieht. Außerdem sind die erforderlichen Genehmigungsverfahren für eine dauerhafte Trinkwasserförderung und somit für die Errichtung eines neuen Wasserwerkes in der Graft auf den Weg zu bringen. In Gesprächen mit dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) sei über Entschädigungssummen bei Wiederaufnahme der eigenen Trinkwasserförderung in der Graft zu verhandeln.

„Noch läuft der Vertrag mit dem OOWV“, unterstrich Jahnz und kritisierte in diesem Zusammenhang einen Beitrag, den der FDP-Pressesprecher Claus Hübscher auch auf der Facebook-Seite seiner Partei gepostet hatte. Dort prognostizierte Hübscher für den Fall, dass in der Graft wieder dauerhaft Trinkwasser gefördert werde, „Kosten in Millionenhöhe“. „Das ist schlechter Stil, das trage ich nicht mit“, sagte der Oberbürgermeister.

Die Kostenfrage beschäftigte auch die Fraktionen von FDP und UAD. „Es ist zwar wichtig, dass der Startschuss fällt, aber ungeklärt bleiben der Zeitkorridor und die Kosten“, sagte UAD-Ratsherr Uwe Dähne. Dem widersprach SPD-Fraktionschefin Andrea Meyer-Garbe. „Im Beschluss werden alle für die Beurteilung des zu erstellenden Konzeptes notwendigen Kriterien wie Kosten, Gebühren, Technik und Zeitplan explizit genannt“, merkte sie an.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN