Ausbildung für Ersthelfer Erste-Hilfe-Kurse in Delmenhorst sollen effektiver werden

Von Alexander Schnackenburg

In der stabilen Seitenlage: Bettina Coldewey und Nele Schäfer üben beim Schwesternhelferinnen-Grundkurs der Malteser verschiedene lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Foto: Alexander SchnackenburgIn der stabilen Seitenlage: Bettina Coldewey und Nele Schäfer üben beim Schwesternhelferinnen-Grundkurs der Malteser verschiedene lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Foto: Alexander Schnackenburg

Delmenhorst. Weniger Theoriestunden und gleich zum Beginn ausschließliches Training lebensrettender Maßnahmen: Seit Beginn dieses Monats greift ein neues Konzept für Erste-Hilfe-Kurse in Delmenhorst.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe fährt seit diesem Monat ein neues Konzept für Erste-Hilfe-Kurse . Es ist für alle zertifizierten Anbieter bindend. Das Ziel besteht darin, die Erste Hilfe zugleich einprägsamer und effektiver zu unterrichten. Heike Walter, Ausbildungsleiterin der Malteser in der Stadtgeschäftsstelle Delmenhorst, ist von dem Konzept überzeugt.

Neun statt 16 Unterrichtseinheiten

Die neuen Erste-Hilfe-Grundkurse lösen zugleich die Kurse zu „Lebensrettenden Sofortmaßnahmen“ ab, die bislang jeder absolvieren musste, der einen Führerschein erlangen wollte. Zwar lassen sich die neuen Kurse mit ihren nunmehr neun statt 16 Unterrichtseinheiten innerhalb eines Tages statt an zwei Tagen ausrichten, dennoch, glaubt zumindest Walter, lernten die Teilnehmer genau so viel – und zwar das Wichtigste zuerst: unmittelbar lebensrettende Maßnahmen wie der Hilferuf in Notfällen, das Überstrecken des Kopfes bei Verwundeten sowie die Atemkontrolle und auch die Druckmassage.

Hätten die Teilnehmer in früheren Kursen mehr über Krankheitsbilder und ihre Ursachen erfahren, so fassten die neuen Kurse Krankheitssymptome in Hilfeschritten zusammen, erklärt Walter. So lerne der Teilnehmer, dass der Kopf eines Verwundeten sowohl bei Kopfschmerzen als auch im Falle etwa eines Schlaganfalls oder eines Herzinfarktes hoch gelagert werden müsse.

Einige Themen neu hinzugekommen

Es sind jedoch auch einige Themen neu hinzugekommen. So lernten die Teilnehmer jetzt auch, Defibrillatoren einzusetzen und in Gewaltsituationen Hilfe zu leisten. Auch würden sie mit Materialien zur Organspende versorgt, berichtet Walter.

Das Feedback, das sie und ihre Kollegen bislang auf das neue Erste-Hilfe-Konzept bekommen hätten, sei durch die Bank gut, sagt sie, nicht zuletzt deshalb, weil die Teilnehmer jetzt mehr in Gruppen arbeiteten, also weniger „nur“ zugucken oder zuhören müssten. Ebenfalls vorteilhaft findet sie, dass das neue Konzept mehr Fallbeispiele vorsehe. Auf diese Weise könne sie als Dozentin die Kurse beispielsweise für einen metallverarbeitenden Betrieb anders ausrichten als für Sportvereine oder Fahranfänger.